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Dienstag, 5. Februar 2013

Kirchenbashing? Pogromstimmung?

Die Kirche, zumindest der römisch-katholische Teil von ihr, hat es zur Zeit nicht leicht in der Öffentlichkeit. Von "Kirchenbashing" ist die Rede, von "Christenverfolgung" und sogar von einer "aufkommenden Pogromstimmung". Der Wind bläst spürbar von vorne, aber Panikmache halte ich für vollkommen überzogen.

Mit Gegenwind bin ich groß geworden, mit dem norddeutschen, der in den Bäumen rauscht, und dem zwischenmenschlichen, meinen Glauben anfragenden. Er kann sehr anstrengend sein, war und ist es auch immer wieder. Beim Segeln wird gegen den Wind angekreuzt, um trotzdem voran zu kommen. Bei Sturm allerdings müssen die Segel runter. "Flagge zeigen" geht dann nur noch mit einem kleinen Stoffstückchen, sonst kann es eine_n umwerfen, kentern lassen. Es gibt gute Möglichkeiten, mit Wind umzugehen und sogar Energie aus ihm zu gewinnen.

Menschlicher Gegenwind hat immer etwas mit der Beziehung zwischen Personen oder Personengruppen zu tun, mit unterschiedlichen, sich möglicherweise entgegenstehenden Interessen und Vorstellungen. Die Beziehung zwischen der Institution Kirche und den Menschen ist offenbar massiv gestört. Kirchenkritische Stimmen und Initiativen aus aller Welt reden davon schon lange, die aktuelle Sinusstudie hat es auf wissenschaftlicher Basis für den Bereich Deutschlands erneut und differenziert belegt.

Nun gibt es bei Auseinandersetzungen und Konflikten das beliebte Spiel der gegenseitigen Schuldzuweisung. Schon bei Sandkistenstreitereien ist es allerdings müßig, danach zu suchen, wer denn nun mit dem Hauen angefangen hat. Fakt ist: mit dem, wie sich Kirche zur Zeit in der (medialen) Öffentlichkeit präsentiert, ist nur noch selten ein Blumenstrauß zu gewinnen, geschweige denn Sympathie oder gar Respekt.

Die kirchlichen Gäste in Talkshows beispielsweise (z.B. Jauch am vergangenen Sonntag) sind zu oft eine Katastrophe und nicht für eine notwendige Charmeoffensive geeignet. Allerdings werden sie noch(!) zu Gesprächen eingeladen, ein Interesse ist also noch(!) vorhanden. Betonköpfige Hardliner stoßen dabei immer auf öffentlichen Granit, das liegt in der Natur der Sache. Wenn sie keinen besonderen Gefallen daran haben, vor Wände zu laufen, sollten sie vielleicht einfach mal die Richtung ändern oder jemand anders ins Rennen schicken, d.h. reden lassen.

Nur dort übrigens, wo sich Kirche in ihrer Härte, mit ihrer Prinzipienreiterei und mit ihrem Absolutheitsanspruch präsentiert, erfährt sie den massiven Gegenwind, der inzwischen leider auch hier und da auf andere übergreift. Welcher kirchliche Besuchsdienst dagegen wird in Talkshows für seine Arbeit kritisiert? Welche Sternsingeraktion in der Öffentlichkeit zerrissen? Über welche Ehe- und Lebens- oder Schuldnerberatung wurde je eine bundesweite Aufschreidebatte geführt? Welche kleine christliche Gemeinschaft, die versucht, Leben und Glauben miteinander zu verweben, welche Krankenhaus- oder Knastseelsorge erregt öffentlichen Anstoß? Hier ist nichts von aufkommender Pogromstimmung zu merken. Im Gegenteil: diese kirchliche Arbeit ist völlig überlaufen und mit den vorhandenen Kräften nur noch in Teilen ansatzweise zu leisten.

Überall dort, wo es der Kirche gelungen ist, ohne Gewaltanwendung und Allmachtsphantasie das Evangelium, die frohmachende Botschaft von dem Leben in Fülle, das uns gottgegeben ist, zu verkünden, ging und geht es nicht um Dogmen und Kirchenrecht. Zu allererst geht es um die Menschen, ihr alltägliches Leben, ihre Nöte und existentiellen Sorgen. In wenig entwickelten Ländern wurden Brunnen gegraben, Häuser gebaut, Krankenstationen, Schulen. In Krankenhäusern, Alten- und Asylheimen sowie Gefängnissen bei uns wird besucht und gegen die Einsamkeit angeredet. Es geht um den Menschen, dessen Antlitz und Person Christus repräsentiert.

Von dieser kirchlichen Arbeit zu profitieren hing und hängt nicht von einem korrekt ausgestellten Taufschein oder dem Glauben an die bleibende biologische Jungfräulichkeit Mariens ab. Es ging und geht immer um den Aufbau von Vertrauen und Ausdruck uneigennütziger Liebe, das jenes Vertrauen und jene Liebe spiegelt, die Gott in uns setzt und zu dem er/sie uns einlädt. Und es ging und geht immer darum, die Sprache der Menschen zu lernen, ihre Geschichten und Mythen, ihre Kultur. Erst in den vertrauten Worten und mit den Menschen bekannten Zeichen, Symbolen und Geschichten kann von der frohen Botschaft erzählt werden, wenn es an der Zeit ist.

Deutschland ist in weiten Teilen zu einem Missionsland geworden. Das ist nichts Neues. Das Vertrauen zur sich in der Öffentlichkeit präsentierenden Kirche ist nachhaltig gestört. Die Sprache der Menschen, ihre vielfältigen Kulturen und Lebensformen sind nicht nur kaum (noch) bekannt, sie werden oftmals sogar mit Verachtung gestraft. So kommt man nicht ins Gespräch!

Auch innerhalb der Kirche herrschen Misstrauen und Unsicherheit.  Durch Rigorismus und Denunziationen von sich für besonders "kirchen-" und "romtreuen" Mitglieder, die von den Verantwortlichen nicht mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen und verurteilt werden, wird die im Inneren schlechte Stimmung noch verstärkt.

Vertrauensbildung wäre nötig. Ein neues, vorbehaltloses Lernen der vielen Milieusprachen, Zeichen, Mythen und Symbole, das Zurückstellen von Lehrsätzen und Vorschriften, die interne Ächtung von Rechthaberei, Bevormundung und Denunziation. Vor allem brauchte es mehr glaubhafte, lebenserfahrene Menschen, die nicht einfach nur Gelerntes runter beten und mit leeren Lehren belästigen, sondern solche, die ihren Glauben lebendig mit ihrem Leben und Handel bezeugen. Im kleinen, überschaubaren Rahmen klappt das. Immer noch und ohne Christenverfolgung, Kirchenbashing und Pogromstimmung.

Creative Commons LizenzvertragFrech.Fromm.Frau. von Ameleo steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Kommentare:

  1. Sehr schön hast du wesentliche Punkte angesprochen, wo Kirche heute erfolgreich und angenommen in der Gesellschaft wirkt. Nicht jedoch deswegen, weil damit der kirchlichen Lehre entsprochen oder Gluabe autenthisch gelebt wird, sondern weil es den Vorstellungen der Gesellschaft entspricht. Wo Kirche nützlich war, hat man sie immer gern in Anspruch genommen, wo nicht, da war sie böse. Ein altes Spiel. Damit man mich nicht falsch versteht: Caritas und was dazu gehört ist wichtig, ja elementar für den Glauben. Aber Glaube erschöpft sich nicht darin und Caritas nicht darin, Menschen materiell zu helfen, sondern sie auch auf geistliche Defizite hinzuweisen. Orthodoxie und Orthopraxie gehören halt zusammen. Kirche ist für die Gesellschaft nicht billig und konform zu haben.

    Davon mal angesehen: Denunziation und Rigorismus? Müssen wir uns da nicht alle auch an die eigene Nase packen?

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    1. "Was ihr einem der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan." Wie anders ist Glaube lebbar? Was anderes ist der Auftrag der Kirche? Die Erwartungen der Gesellschaft an Kirche sind dafür völlig irrelevant.

      Armen konkret und pragmatisch helfen und dazu auf politischer Ebene für gerechte Strukturen sorgen: Was anderes ist das, als auf Defizite hinzuweisen, die wir aus der Sicht unseres Glaubens für geistlichen Ursprungs halten? Für die Betroffenen wie für die Gesellschaft ist unsere Motivation genauso irrelevant wie die dahinter stehende Lehre und Tradition. Allein für uns selber ist die Rückbindung an Jesus Christus und sein Handeln von Bedeutung und entspringt urchristlichem Selbstverständnis.

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    2. "Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern ..." (Mt 28,19) Wenn wir einen Satz ins Zentrum des Handelns am Nächsten stellen wollen, dann wäre es, meiner Meinung nach, dieser Satz, der als Schlussauftrag an die Apostel und die Jünger ergangen ist. Ein soziales Handeln ist auch Teil dieses Verkündigungsauftrages. Somit ist für denjenigen, an dem wir handeln, durchaus wichtig, warum wir handeln. Die Armut der westlichen Welt ist ja nicht nur (bzw. am wenigsten) eine Materielle, sondern eine Geistliche. Dieser wird aber nur dadurch abgeholfen, indem wir (vgl. oben) allen Menschen zu Jüngern Jesu machen. Den Armen materiell zu Speisen ist wichtig und richtig, wer es aber dabei belässt und ihn nicht mit dem Evangelium konfroniert, der erfüllt nicht den Autrag Jesu. Dabei will ich natürlich nicht unterstellt haben, dass du das meintest, sondern es nur mal explizit gesagt haben.

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  2. Liebe Ameleo,
    bist Du Dir sicher das es im überschaubaren Rahmen klappt mit dem Vertrauen? Nein,nicht mal im kleinen Rahmen z.B. der Familie oder Freunden vertraut man sich und rennt bei der nächsten Gelegenheit davon und unterstellt dem anderen Egoismus und gestörte Selbstwahrnehmung. Wir haben eine Gesellschaft die nur noch auf sich selbst vertraut und anderen nur noch Böses unterstellt oder Unedles. Wieso sollte es da dem "kirchlichen Verein" anders gehen der sich irgendwie ja in seiner ganzen 2000 jährigen Geschichte schon angegriffen gefühlt hat und auf Konfrontation und Kreuzzug gegangen ist. Die Gesellschaft, einzelne machen es nicht anders als die Kirche.

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    1. Traurig, wenn du das so mächtig erlebst bzw. erlebt hast! Natürlich kenne ich auch solches Misstrauen und den Vertrauensbruch, der um so schmerzlicher ist, je tiefer ich zuvor vertraut habe.

      Mich trägt, dass Gott derjenige ist, der uns zuerst sein Vertrauen schenkt, ohne Vorbehalt, ohne Voraussetzung, dass ich ihm/ihr ebenfalls vertraue und auch sonst ohne die Erwartung einer Gegenleistung.

      Ich weiß nicht, was Nichtgläubige trägt und woran sie ihre Hoffnungen knüpfen.

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    2. Ich lege noch meine Erfahrung als evangelische Pfarrerin dazu: mir wird sehrsehr viel Vertrauen entgegen gebracht - da kommt mir mein Amt zugute, ich staune, wie sehr das noch trägt. Wenn dann noch deutlich ist, dass die Kirchenvertreterin eine Glaubende im Jetzt ist mit Wissen um heutiges Leben, müssen wir uns über Vertrauensverlust keine Sorge machen.
      Schwierig wirds halt, wenn die Kirchenleitung Bockmist macht - das fällt sofort auf uns zurück. Und die meisten unterscheiden da auch nicht konfessionell.

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    3. Liebe Ameleo,

      ich antworte auf deinen letzten Satz:
      Nichtgläubige müssen ohne Hoffnung leben.
      Niemand stirbt, weil er nicht glaubt.

      Wahrscheinlich kannst du meine Worte
      als Glaubende nicht nachvollziehen.

      Alles Liebe
      Elisabeth

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    4. Liebe Elisabeth,

      du liegst richtig damit, dass ich keine Vorstellung davon habe, wie es sich anfühlt, ohne etwas bzw. jemand zu leben, auf den sich meine Hoffnung richten kann. Aber anscheinend lässt es sich damit auch leben, wie mehr und mehr Menschen es vormachen.

      Niemand hat ein Recht, aus der eigenen Position und aus Unkenntnis heraus sich ein Urteil über sie zu machen.

      Liebe Grüße auch an dich
      Ameleo

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    5. Liebe Ameleo,

      ich habe schon viele Menschen erlebt, die
      glauben wollten, aber nicht konnten.
      Es ist ein Problem, das mich sehr beschäftigt.

      Liebe Grüße und eine gute Nacht
      Elisabeth

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  3. Da geb ich Dir schon recht vorbehaltloses Vertrauen gibt es nur bei Gott das stell ich auch gar nicht in Frage, das trägt. Gegenleistung erwarte ich nicht nur wundern muss sich niemand wenn überall Prognomstimmung ist, da jeder nur noch Einzelkämpfer ist oder sein zu glaubt oder sein möchte. Was Nichtgläubige trägt weiss ich auch nicht, steht mir auch nicht zu dies zu beurteilen, dass ist Sache zwischen Gott und dem Menschen.

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  4. Dieser Beitrag bringt die Situation der Kirche wirklich auf den Punkt. Da, wo Evangelium gelebt wird, da geht es Kirche gut. Nur da, wo Kirche als absoluter Machtapparat wahrgenommen wird, da trifft sie auf Widerstand. Menschen auf geistliche Defizite hinzuweisen als primäre Aufgabe der Kirche?!? Menschen mit Defiziten zu helfen, dass ist die Aufgabe der Kirche, da beginnt Reich Gottes. Lahme gehen, Blinde sehen, den Armen wird das Himmelreich verkündet, das ist die Botschaft. Wenn Jesus etwas kritisiert hat, dann doch wohl die Schriftgelehrten und Tempelpriester, die glaubten, den Menschen vorschreiben zu können, was richtig und falsch ist. Du bist unrein, du ausgestoßen, du zu steinigen, du zu verurteilen, das Gesetz will es so und das Gesetz kommt von Gott. So ist Jesus nie aufgetreten. Der Sabbat ist für den Menschen da; unrein ist nur das, was aus eurem Munde kommt; ich verurteile dich nicht; vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun etc., das sind seine Worte.

    Aber genau diese "Schriftgelehrten" sind es auch heute, die als betonköpfige Hardliner für das schlechte Image der Kirche sorgen. Indem sie den Menschen ihre Defizite aufzeigen, ihnen kräftig vor den Kopf stoßen, erschaffen sie die Welt, die sie selbst phantasieren. Weil sie mit ihrer Unbarmherzigkeit abgewiesen werden, jammern sie über die böse Welt, die das Gute nicht annimmt. Doch genau sie sind es, die das Gute verhindern.

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    1. Doch leider muss man die Menschen mitunter erstmal auf die Defizite aufmerksam machen, damit man ihnen helfen kann. Denn wer nicht weiss oder nicht wissen will, dass er ein Problem hat, dem kannste auch nicht helfen.
      Leider aber wird, von mehreren Seiten, oft nur kommuniziert, wie man auf Defizite Aufmerksam macht, nicht, wie man hilft. Und das ist natürlich ein Problem.

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    2. @MC:
      Heftigster Widerspruch! Eine Person ungefragt auf vermeindliche Defizite aufmerksam zu machen, ist grob übergriffig, es sei denn es handelt sich um ein Erziehungs- oder Ausbildungsverhältnis (Eltern, Lehrer_innen, Ausbilder_innen o.ä.), um eine andere hierarchische Beziehung wie einem Arbeitsverhältnis, bei denen eine Bewertung des Handelns (niemals der Person!) quasi automatisch mit "eingekauft" wird oder das Verhindern einer Gewalttat.

      In allen anderen zwischenmenschlichen Beziehungen ist es übergriffig und bevormundend (das Englische triffts am besten: patronising) und muss zwangsläufig auf Widerstand und Gegenwehr treffen. So etwas geht ausschließlich dann, wenn ein solches Feedback angefragt und erwünscht ist!

      Auch die biblische Aufforderung "den Bruder" zunächst unter vier Augen ... zurecht zu weisen, betrifft Personen auf einer Ebene, die beide mit einem solchen Vorgehen einverstanden sind. - Das heißt für mich nicht, dass Kirche nicht gesellschaftliche Missstände benennen darf: ich bin davon überzeugt, dass dies (noch!) von ihr unausgesprochen erwartet wird. Darüber besteht aber zunehmend keine grundsätzliche gesellschaftliche Übereinstimmung mehr.

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    3. @Ameleo:
      Du hast natürlich vollkommen recht, wenn es darum geht, dass ich z.B. irgendjemand Wildfremden auf der Straße anquatsche um ihn zu belehren, wie schrecklich sündhaft er ist. Total unangemessen. Das gleiche auch bei meinen Mitmenschen, wenn sie mich nicht dazu befragen.
      Was anderes aber in zwei Fällen:
      1. Wenn die Kirche allgemein spricht, also auf Defizite in der Gesamtgesellschaft hinweist; prominentes Beispiel Lebensschutz.
      2. Wenn z.B. jemand in der Hierarchie (Bischof, Pfarrer etc.) jemanden in der Kirche (als Teil derselben) belehrt, entweder persönlich unter vier Augen oder abstrakt auf der Kanzel. Denn das fällt ja unter den von dir oben genannten Bereich.

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    4. @MC
      Gerade die sogenannten "Lebensschützer" mit ihrem aggressivem öffentlichen Auftreten gehören zu dem Übergriffigsten, mit dem die katholische Kirche in der Öffentlichkeit identifiziert wird. So geht es gerade nicht! Sie schaden der Kirche und statt zu nützen und retten keinerlei Leben, weil der Kontakt zu Hilfesuchenden durch ihre Militanz und ihren Fundamentalismus längst abgebrochen ist. So nicht, niemals!

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    5. Redest du von den "Lebensschützern" in Deutschland oder USA? Bei den Amis hats mitunter wirklich extreme Formen, aber hier ist das doch nicht wirklich aggresiv; vor allem eingedenk des Umstandes, um was es dabei geht.

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    6. Von denen bei uns. Z.B. bei Katholikentagen sind die so was von widerlich aufdringlich. Geht gar nicht! Auch diese "Märsche fürs Leben" halte ich für eine der Sache in keinerlei Weise dienliche Form der Aggressivität. "Wir protestieren doch ganz friedlich" ist dabei eine erstklassige Lüge.

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    7. Offen gestanden, kann ich mir vor dem Hintergrund dieser Äußerung nicht vorstellen, daß du einen solchen 1000-Kreuze-Marsch (wie er früher hieß) oder den Marsch für das Leben aus eigener Anschauung kennst, es sei denn, du bezeichnest allein die Tatsache, daß jemand ein Kreuz in die Hand nimmt und damit schweigend durch Berlin zieht, bereits als Form der Aggressivität.

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    8. Wirklich? Ich hab davon nur positives gehört. Weist du da mehr als ich?

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    9. @Braut des Lammes:
      Dein Kommentar war aus mir nicht erklärlichen Gründen im Spam gelandet und von mir daher bis heute nicht wahrgenommen worden.

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  5. Also, ich habe bei Jauch die hartherzige, intolerante, Prinzipien reitende, dogmatische Spießigkeit bei Jauch und dem lachenden, gröhlenenden Publikum gesehen.Da ist man sich sicher, auf der richtigen Seite zu stehen. Dasa ist die säkulare Militanz, der "humanistische" Fundamentalismus mit dem wir bheute umzugehen haben. Mit klein Beigeben ist da kein Stich zu machen.
    Mich über die Medien aufzuregen habe ich aufgegeben. Persönlich macht man da bessere Erfahrungen: dass es eben nicht unmöglich ist, katholische Positionen zu vertreten. Immerhin stecken da jahrtausende intensiven Nachdenkens und Erfahrung dahinter. Die Dogmen der heutigen Zivilreligion müssen ihre Tragfähigkeit erst mal unter Beweis stellen. Die zunehmenden sozialen Probleme stimmen mich skeptisch und lassen mich zunehmend meine bisher durchaus liberalen Positionen revidieren.
    Was Du über all die Milieus und ihre Jargons sagst, trägt dazu bei- ich sehe da nur noch das klassische "divide et impera" am Werk. Außerdem denke ich, dass das Sprechen "der Sprache dieser Milieus" nur als Anbiederung empfunden wird, was kontraproduktiv ist.
    Wir müssen übrigens beten, dass im Missionsland Deutschland keine Umstände eintreten, die die Menschen wieder offen für die religiöse Sinnfrage machen. Die wenigen die es sind, dürfen wir nicht durch Beliebigkeit und Anbiederung verprellen, denn DIE suchen Bestimmtheit in Zeiten der Beliebigkeit.

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    1. Auf die anderen, die "Zivilreligion", zu verweisen halte ich für einen Ablenkungsversuch. Fundamentalismus ist an keine Weltanschauung oder Religion gebunden. Nur weil andere unangemessen reagieren, legitimiert es uns nicht, es genauso zu machen. "Bei euch aber soll es nicht so sein ..."

      Die Jauch-Sendung war grottenschlecht, ohne Frage. Jauch uninformiert und voreingenommen. Aber gerade Herr Lohmann war als Kirchenvertreter absolut unerträglich und unzumutbar. Das darf einfach nicht passieren, das jemand auf diese Weise Kirche öffentlich vertritt!

      Zu den Milieus: eine wesentliche Veränderung in den letzten Jahrzehnten ist die zunehmende Pluralisierung im Gegensatz zu einer relativ homogenen Gesellschaft in den Jahrhunderten zuvor. Um so wichtiger ist es - wie Paulus - "den Römern ein Römer" und "den Griechen ein Grieche" zu sein. Dabei geht es doch nicht um Anbiedern! Wenn ich von meiner Botschaft überzeugt bin, werde ich alles daran setzen, sie in die Sprache zu übersetzen, die von meinem Gegenüber verstanden wird. Nicht jede_r ist gleich "sprachbegabt". Und mein diaspora-norddeutsch-katholischer Akzent würde immer auch auf "chinesisch" durchklingen...

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    2. Die Jauch - Sendung war in wirklich grotten - schlecht, aber wie hätte deiner Meinung nach Herr Lohmann die kirche öffentlich vertreten sollen, und was war Deiner Meinung nach so unerträglich an ihm?

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    3. @ichwesen:
      Lohmann provoziert und polemisiert ganz bewusst und verpackt es als seinen Glauben bzw. den katholischen. Er ist kein offizieller Kirchenvertreter, gebärdet sich aber als ein solcher. Er vertritt eine extreme Privatmeinung und sollte sie auch als eine solche deklarieren!

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    4. Ist die Art und Weise wie Herr lohmann auf die Leute wirkt vielleicht Geschmackssache? Auf mich wirkte er nicht polemisch, und er hat sich auch nacht als offizieller Kirchenvertreter in Szene gesetzt, sondern als das was er meiner Ansicht nach auch ist: katholischer Laie mit ausreichend leidenfähigkeit und Rampensauqualitäten, um sich dem medialen Spießrutenlauf auszusetzen. Es macht ihm vielleicht sogar Spaß, aber ich finde es dennoch respektabel und wichtig, dass sich auch katholische Laien zu Wort melden.
      Offizielle Kirchenvertreter scheinen z.Zt. ohnehin Mangelware zu sein in öffentlichen Talkshows, was vielleicht daran liegt, dass die Rollen klar verteilt sind: Hier der Katholik als Aufreger vom Dienst, und dort der aufgeklärte Bürger. Ich glaube, dass Herr Lohmann in der Tat provokant wirkt, aber v.a. dadurch, dass er extrem unpopuläres Vertritt, nämlich das vielleicht uncoolste was man überhaupt vertreten kann: Katholische Sexualmoral. Ich bin nicht der Meinung, dass er nur seine Privatmeinung vertreten hat, denn der Schutz des menschlichen Lebens von Beginn an, ist klarer katholischer Standpunkt und keine extreme Privatmeinung. Danke übrigens für deine Antwort, ich nehme oft erst so spät an Diskussionen in Kommentarbereichen teil, dass ich auf meine Beiträge häufig keine Antworten mehr bekomme.

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    5. Nur zwei kurze Anmerkungen:
      Zu Herrn Lohmann hat Bloggernachbar Markus Gehling ausführlich und gut geschrieben: http://kreuzzeichen.blogspot.de/2013/02/zwischen-homo-und-kathophobie.html.

      Offizielle Kirchenvertreter werden an diesem Sonntag bei Jauch sitzen. Ob sie die Aufreger geben, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht äußern sie sich ja auch von offizieller Seite zum Auftritt von Herrn Lohmann. Dazu meine Gedanken im aktuellen Post hier: http://frech-fromm-frau.blogspot.de/2013/02/wie-lebensnah-ist-die-kirche.html

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  6. Liebe Ameleo,

    ich habe hier noch eine Frage, die nicht zum Thema gehört:
    Wie bist du darauf gekommen, dass die Zahl überflüssig ist bei der Sicherheitsabfrage?

    Alles Liebe
    Elisabeth

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