ACHTUNG: Zur Zeit gibt es bei Blogger Probleme mit dem Internet Explorer. Videos können beispielsweise nicht angesehen und Kommentare nicht abgeschickt werden. Bitte in diesem Fall einen anderen Browser wie z.B. Firefox benutzen!

Sonntag, 10. März 2013

Amerikanische Katholik_innen über den alten und den neuen Papst

Was denken amerikanische Katholik_innen über das Pontifikat Benedikts und was erwarten sie von seinem Nachfolger? Eine interessante Umfrage von The New York Times und CBS News unter 580 Katholik_innen gibt darauf Antworten.

580 Gläubige erscheinen wenig angesichts eines solch großen Kontinents mit mehr als 63 Mio Katholik_innen (laut Wikipedia) wenig. Trotzdem sollen die Umfrageergebnisse nur eine Fehlerquote von ±4% gegenüber allen Gläubigen aufweisen.

Wofür machen sich die befragten Amerikaner_innen stark?

  • Etwa ein Drittel war zufrieden mit Benedikt XVI, Dreiviertel begrüßen seinen Rücktritt.
  • Knapp der Hälfte (46%) ist es egal aus welchem Kontinent der zukünftige Papst kommt. Mit 14% weit abgeschlagen wird Lateinamerika am zweithäufigsten gewünscht.
  • 54% wünschen sich einen liberaleren Papst.
  • Nach Wunsch von 66% soll er einer der jüngeren der Kardinäle sein mit neuen Ideen.
  • Er sollte sich für verheiratete Priester aussprechen (69%), sich für Priesterinnen einsetzen (69%), sich gegen eine legale Abtreibung und gegen die Todesstrafe aussprechen (je 56%), für die Verwendung von Verhütungsmittel (71%) und positiv gegenüber der Verwendung von Kondomen (91%) sein.
  • Weniger als die Hälfte (40%) aller amerikanischen Katholik_innen ist von der päpstlichen Unfehlbarkeit in ethischen und Glaubensfragen überzeugt. (Von denen, denen Religion äußerst wichtig ist, sind es 52% gegenüber immerhin noch 32% bei den Distanzierten.)
  • Nur für 13% ist die Meinung des Papstes in moralischen Fragen für das eigene Handeln entscheidend, 78% orientieren sich in guter katholischer Tradition an ihrem Gewissen.
  • 83% sind davon überzeugt, dass es man sehr wohl katholisch sein kann, auch wenn man nicht mit dem Papst in Fragen, die beispielsweise Geburtenkontrolle, Abtreibung oder Scheidung betreffen, übereinstimmt.
Interessant, wenn auch erwartbar, ist auch, dass die Kirche vor Ort als wesentlich näher an den Fragen und Themen der Menschen erfahren wird (72% empfinden das so in der eigenen Gemeinde), als die US-Bischöfe (38%) und die katholische Kirche im Allgemeinen (39%).

In den meisten Punkten wird die Distanz der Gläubigen zu den Lehren der Kirche deutlich, die auf deutscher Ebene auch von der aktuellen Sinusstudie erhoben wurde. Die strittigen Punkte (Zölibat, Frauenpriestertum, Scheidung) sind hier wie dort die gleichen. (Interessierte können die Umfrage auch nach unterschiedlichsten Personengruppen differenziert betrachten.)

Da in der katholischen Kirche jedoch nicht per Mehrheit entschieden wird (außer bei der Papstwahl), den Bischöfen im überwiegenden Fall die Nähe zum Denken des Kirchenvolks abgesprochen wird und die Meinung und der Glaube Kirchenvolks ohnehin nicht von Interesse ist, wäre auch bei der Wahl eines amerikanischen Papstes nicht mit wesentlichen Änderungen innerhalb der katholischen Kirche zu rechnen. Niemand braucht sich also Sorgen machen - oder Hoffnungen.

Creative Commons LizenzvertragFrech.Fromm.Frau. von Ameleo steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Kommentare:

  1. Also wenn ich das richtig verstanden habe, betrifft die Studie nur die US-Katholiken, weswegen besser von Land, anstatt von Kontinent gesprochen werden sollte.
    Allerdings hege ich gegen Zahlen einer Liberalen Zeitung ein gewisses Misstrauen. Wenngleich die Tendenz natürlich stimmen dürfte. Was uns zeigt, dass noch viel Arbeit in Amerika zu tun ist. Denn die Zahlen weisen nicht nur auf eine liberale Grundstimmung hin (per se ja nichts böses), sondern auch darauf, dass einige inhaltliche und systematische Grundlagen noch nicht so ganz angekommen sind.

    AntwortenLöschen
  2. IUch wüßte gerade einen Kardinal, der volksnah ist und jung..aber der will nicht.

    AntwortenLöschen
  3. Die Umfrage ist interessant, aber im Prinzip kann man sie sich sparen - die Kirchenhardliner werden wie üblich alle Alarmglocken läuten hören und bedauern, dass der Ungeist der Moderne die Schäfchen abspenstig macht und man stärker Neuevangelisieren müsse...keine Minute lang wird ernsthaft darüber nachgedacht werden, ob die Anliegen größerer Teile des Kirchenvolks legitim sind, sondern man wird lediglich eine bedauernswerte und alarmierende Abweichung von Rom feststellen. Also why bother...

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.