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Montag, 8. April 2013

Dieser Papst Franziskus ...

... macht mich fertig!

Er macht nicht nur ernst mit einem schlichten und einfachen Leben,
er orientiert sich auch mehr am Leben, als an zweitrangigen Traditionen,
predigt von Liebe und Barmherzigkeit, statt von der "Wahrheit",
wendet sich nach biblischem Vorbild mehr den Menschen mit ihren Sorgen, Nöten und Problemen zu, um den wirklichen Sinn von Gesetzen zu erfüllen,
er knüpft auch mit Zeichen an Vorgängern und dem II. Vatikanum an
und lässt momentan überprüfen, was an mehr an Kollegialität möglich ist.

Wird damit den Bischofskonferenzen endlich mehr Eigenverantwortung zugestanden? Der Inkulturation und damit einer situativen, den konkreten Lebensbedingungen angepassten Evangelisierung böte das große Chancen!

Auch Papst Franziskus wird nicht so weit gehen, wie ich es für wichtig und richtig in der katholischen Kirche hielte. Er wird aller Voraussicht nach weder den Zölibat aufheben, noch Frauen zu Priesterinnen weihen. Wie er auf weltkirchlicher Ebene über Ökumene, Homosexualität und Wiederverheiratet Geschiedene spricht, ist auch noch offen.

Aber seine zugewandte Art und Menschlichkeit und seine Ansätze, nicht allein entscheiden zu wollen, sondern zusammen mit seinen Kollegen im Bischofsamt, lassen erahnen, dass die anstrengenden Jahre der Enge, Rechthaberei und daraus entstandener Denunziation und Angst unterbrochen oder sogar vorbei sind. Und dass wir endlich dabei sind, dem Katholischen in unserer Konfessionsbezeichnung gerecht zu werden. Es macht wieder mehr Spaß, in der Öffentlichkeit katholisch zu sein!


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Kommentare:

  1. Ich freue mich sehr über deine euphorische Reaktion zum Hl. Vater.

    Ich denke, Papst Franziskus wird besonders für die Liberalen eine wichtige Figur werden wie Benedikt für die Konservativen. Denn wer einem sympathisch ist und mit wem man in vielen Punkten übereinstimmt, bei dem ist man ja viel eher bereit, sich auch mit nicht übereinstimmenden Punkten auseinanderzusetzen. Einfacher gesagt: Wenn Franziskus weiter zur Frauenordination Nein sagt, wird das sicher zu Überlegungen führen, ob da nicht doch mehr dran sein könnte.

    Ich hoffe nur, man redet sich nicht genauso raus wie viele von uns Tradis, die meinten, Benedikt nehme auf den Apparat und die Liberalen falsche Rücksichten.

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    1. Das Nein zur Frauenordination ist für mich eine reine Machtfrage, bei der nur noch kein Weg in Sicht ist, wie sie aufgegeben werden kann, ohne dass diejenigen, die sie so vehement vertreten, das Gesicht verlieren. Theologisch gibt es durchaus gute Gründe, die dafür sprechen. Aber das ist hier nicht das Thema.

      Er wird sie nicht zulassen, aber vielleicht lässt es sich mit ihm wie unter Erwachsenen streiten, ohne dass er den Konflikt auf solch überhebliche Weise mit "Schluss der Debatte, weil ich das so sage!" abbricht und unter den Teppich kehrt.

      Für mich setzt Franziskus nur auf konsequente Weise das fort, was bereits vor dem II. Vatikanum begonnen hat, dort aber zusammenfassend formuliert wurde. - Ich bin nicht naiv: es wird auch wieder andere Päpste geben!

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    2. Mhh ... ich weiss nicht, ob das Wort "streiten" so gut gewählt ist, wenn es um den Papst geht. Streiten klingt so Zwist. Wobei ... eigentlich kann man es schon sagen. Kinder streiten ja auch mit ihren Eltern. Wobei wir beide sicherlich nicht in den Genuss kommen werden, mit dem Papst zu streiten.

      Für mich ist das Thema Frauenordination ein klassisches Beispiel eine negativen Theologie. Außer "das hat Jesus aber nicht so gemeint" gibt es keine biblische oder lehrmäßige Begründung dafür. Aber du hast recht, es ist hier nicht Thema. Aber vllt., stößt ja Franziskus eine neue Debatte darüber an, wie man das ganze besser versteht.

      Den letzten Absatz versteh ich nicht. Kannste das nochmal für Dumme wie mich erklären?

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    3. In den benannten, wichtigen Themen gibt es keine Einigkeit im Glauben des Gottesvolkes. Nenn es Auseinandersetzung oder Konfliktgespräch, wenn "Streit" nicht passt. Es geht um die gemeinsame Suche nach einer Lösung, die kein fauler Kompromiss ist.

      Zum letzten Absatz: Meinst du meine historische Bemerkung? In geschichtlichen Dingen kennst du dich doch wesentlich besser aus als ich! Beispiel Liturgiereform: das, was in den Dokumenten steht, ist ja nicht im II. Vatikanum neu entstanden, sondern geht auf Entwicklungen seit Anfang des 20. Jh (vielleicht noch früher?) zurück. Das, was vom Volk Gottes schon lange geglaubt und bereits praktiziert und von der Theologie über Jahrzehnte bereits intensiv reflektiert worden war, hat Eingang in die Konzilsdiskussionen und letzlich die Dokumente gefunden. Das vermeindlich "Neue" der Texte war dabei eigentlich schon gelebte Tradition.

      Zur Papstbemerkung: Benedikt und Franziskus sollen ja schon beim vorletzten Konklave die beiden Favoriten gewesen sein, zwei Männer, wie sie verschiedener nicht sein könnten. Mal schwingt das Pendel zur einen, mal zur anderen Seite, mal vor, mal zurück, in der Politik wie in der Kirche.

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    4. Ich danke dir für die Ausführung. Allerdings überschätzt du mich etwas. Das Vatikanum II und seine Vorgeschichte sind nicht mein Spezialgebiet.

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  2. Die Frau, deine Kinderkatechetin

    Von Dr. Sabine Schößler

    Er ist noch nicht lange im Amt, der neue Papst. Gerade deshalb haben alle seine Worte so viel Gewicht – das erste Angelus, die erste Osterpredigt, die erste Katechese zum Jahr des Glaubens. Und dann gleich das Thema „Frauen“. In seiner Osterpredigt werden sie uns als leuchtende Glaubenszeuginnen der Auferstehung Jesu gezeigt. In seiner Katechese zum Jahr des Glaubens werden sie zu Garantinnen der Echtheit des Zeugnisses. Wer die Auferstehung erfunden hätte, wäre in der antiken Welt niemals auf die Idee gekommen, sie von Frauen bezeugen zu lassen, denn ihr Zeugnis war vor Gericht nicht gültig. Und doch sind sich die Evangelien einig: Frauen sind als Erste am leeren Graben, Frauen begegnen als Erste dem Auferstandenen, sie glauben und geben die Botschaft weiter. Die ersten Zeugen der Auferstehung sind Zeuginnen. Papst Franziskus stellt uns in seiner Katechese diese herausragende Rolle der Frauen anschaulich vor Augen.

    „Die ersten Zeugen der Auferstehung sind die Frauen. Und das ist schön, das ist ein bisschen auch die Mission der Frauen, der Mütter, der Großmütter: Zeugnis ablegen gegenüber den Kindern, den Enkeln. Dass Jesus lebt, dass er auferstanden ist. Mütter und Frauen: macht weiter mit diesem Zeugnis!“, so Papst Franziskus weiter in der Katechese. Ein erstaunlicher Sprung, der mit den Evanglientexten eher wenig zu tun hat. Sicher, den nachfolgenden Generationen den Glauben zu verkündigen ist eine wichtige Aufgabe für Christinnen – und für Christen. Aber darum geht es in diesen Evangelientexten nicht. Die Frauen gingen ja nicht nach Hause, zu ihren Kindern und Enkeln. Die Bibel erzählt uns eine ganz andere Geschichte: Die Frauen gehen auf direktem Weg zu den Jüngern, zu den Aposteln, zu Petrus. Sie gehen mitten hinein in das Zentrum der Bewegung um Jesus. Dass ihnen das einfach so möglich war macht deutlich, dass sie mitten in dieses Zentrum hineingehörten. Den Jüngern haben sie von ihrer unerhörten Erfahrung erzählt und wurden nicht ernst genommen.

    Für mich ergeben sich daraus Fragen wie: Wo lassen sich die Nachfolger der Apostel heute die frohe Botschaft durch Frauen verkünden? Inwiefern lernen sie aus den Fehlern ihrer Vorgänger, die die Frauen mit ihrem Anliegen abgewiesen haben, um statt dessen von ihnen zu lernen? Papst Franziskus hat bereits bei der Fußwaschung an Gründonnerstag eine erste neue Form der Begegnung mit Frauen gefunden. Vielleicht ist diese Geste programmatischer als seine erste Katechese zum Jahr des Glaubens.

    Die Theologin Dr. Sabine Schößler lebt in Köln.

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