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Dienstag, 30. April 2013

Franziskus hält Ausnahmen vom Zölibat für denkbar

Danke an das Blog "Begegnung und Dialog" für den Hinweis auf einen interessanten Artikel aus der "Welt" mit obigem Titel! Das zentrale Zitat von Papst Franziskus daraus lautet:
"Wenn die Kirche irgendwann einmal den Zölibat überprüfen wird… Zunächst möchte ich hervorheben, dass ich nicht gern den Wahrsager spiele. Aber gesetzt den Fall, die Kirche entschließt sich, diese Norm zu revidieren, dann, glaube ich, wird sie es nicht wegen des Priestermangels tun. Und ich glaube auch nicht, dass eine Regelung für alle, die den Priesterberuf anstreben, gelten würde. Wenn sie es – hypothetisch gesprochen – irgendwann einmal tun würde, dann wohl aus kulturellen Gründen, wie es in den Ostkirchen der Fall ist, wo verheiratete Männer zu Priestern geweiht werden. Im Orient war dies in einer bestimmten Kultur üblich, und es ist dort bis heute so. Ich betone: Wenn die Kirche eines Tages diese Norm revidieren sollte, dann würde sie es wegen eines kulturellen Problems an einem bestimmten Ort in Angriff nehmen, aber nicht für alle gültig und nicht als persönliche Option. Das ist meine Überzeugung."
Die Frage, ob in Deutschland solche kulturellen Bedingungen herrschen, die eine Ausnahmeregelung bezüglich des Pflichtzölibats erforderlich machen, wird in dem Artikel auch gestellt. Lesenswert! Vielleicht erweist sich ja irgendwann einmal, dass nur das Priestertum verpflichtend unverheirateter Männer ein Auslaufmodell ist ...

Spannend wird sein, ob Papst Franziskus auch zukünftig zu einer solchen Aussage aus seiner Vergangenheit stehen wird oder ob ihn sein Amt dazu bringt, solche Aussagen als "Geschwätz von gestern" zu bewerten. Denn im Artikel steht nicht, in welchem Zusammenhang obige Aussage gemacht wurde. Und der spielt i.d.R keine unbedeutende Rolle!


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Kommentare:

  1. Es ist sehr amüsant, wie man sich hier an jeden Strohhalm klammert... Mir ist das Zitat schon vor einigen Wochen begegnet... Ein Hoffnungsschimmer, ein Licht am Ende des Tunnels! ;)
    Weil Kardinal Bergoglio vor Jahren einmal gesagt hat, dass es Ausnahmen vom Zölibat geben kann (was, btw. nix neues ist, siehe katholische Ostkirchen, das Personalordinariat der ehemaligen Anglikaner und andere), fabuliert man nun, Papst Franziskus könne ihn evtl. abschaffen, und zwar hoffentlich zuerst im Nabel der Welt, in Deutschland.
    Da übersieht man gerne jenes Detail, dass der Kardinal hier von "kulturellen Problemen", nicht von Mode und Zeitgeist! Er schielt damit möglicherweise nach Afrika. In unseren Landen gibt es dieses kulturelle Problem nicht, es gehört vielmehr zu usnerer (christlichen) Kultur dazu! Was es gibt, sind Zeitgeistströmungen. Außerdem schließt der kardinal ausdrücklich den Priestermangel als Grund aus, der hierzulande immer als Argument gebracht wird (auch wenn es, in absoluten Zahlen betrachtet, keinen Prioestermangel gibt und der Rückgang der Berufungen zudem hausgemacht ist).

    Sollen sie nur weiter träumen, dieser Papst ist kein Wunscherfüller! ;)

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    1. Ob der Pflichtzölibat in der römisch-katholischen Kirche je abgeschafft oder gelockert wird, dürfte nicht einmal der Heilige Geist wissen. In jedem Fall würden damit immerhin die kirchlichen Dienstvorschriften für das Presbyterat den Realitäten angepasst. Es ist doch ein offenes und auch weithin toleriertes Geheimnis, dass ein erheblicher Teil katholischer Geistlicher intime Beziehungen zu einer (mehreren?)Frau(en) unterhält. Und, mein lieber Sophophilo, das war so, seit die westliche Kirche versucht, den Pflichtzölibat durchzusetzen! Der Pflichtzölibat gehört mitnichten zur christlichen Kultur Europas. Er hat sich hier nie durchgesetzt. Er wurde von jeher in erheblichem Umfang von kleinen Landpfarrern, Bischöfen, Kardinälen und Päpsten ignoriert. Es gehört in der Tat zur christlichen Kultur Europas seit mindestens tausend Jahren, dass es den Pflichtzölibat gibt und dass gleichzeitig dessen Missachtung in allen Rängen des Klerus als eine ganz normale Erscheinung akzeptiert wird. Nur jene, für die die Geschichte der Katholischen Kirche erst mit dem Ersten Vaticanum beginnt (und mit Pius XII. endet), schreien jedes Mal panisch "Mode und Zeitgeist", wenn Veränderungen in der Kirche "drohen".

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  2. Liebe Ameleo,

    wir müssen abwarten, wie sich die Zukunft der
    Kirche gestalten wird.

    Sonnige Grüße
    Elisabeth

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  3. Im Artikel ist 2x von Papst Benedikt die Rede????

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    1. Ups, die Macht der Gewohnheit. Danke für den Hinweis! Hab ich korrigiert.

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  4. Der Kardinal sprach davon, den Zölibat zu revidieren. Nicht von Abschaffen. Auch in der Ostkirche gibt es ja einen Zölibat (für Bischöfe) und etwas zölibatsähnliches für Priester, die nach ihrer Weihe nicht heiraten dürfen (wie die Ständigen Diakone bei uns).

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    1. Sie haben natürlich recht und überhaupt kann man nicht sagen, ob Papst Franziskus den Zölibat überhaupt auf seiner Agenda hat. Aber sollte er denn über eine "Revision" oder Modifizierung des Pflichtzölibats nachdenken (lassen!), wäre das aus meiner Sicht ein hoffnungsvoller Anfang. Genau so, wie ich die nun plötzlich aufbrechende zaghafte Diskussion über einen Diakonat von Frauen, der dem dreistufigen Weiheamt vorgeschaltet werden soll, begrüsse. Ich halte dies zwar für eine Schmalspurlösung, die keine Zukunft hat, aber immerhin beweist sie, dass man selbst in Kreisen der Hierarchie darüber nachdenkt, für unverrückbar erklärte Positionen zu überdenken. Dass Sie meine Befriedigung über diese geistgewirkte Unruhe in Ihrer Kirche nicht teilen werden, vermute ich wahrscheinlich nicht zu Unrecht.

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    2. @Armand Arnold:
      Sie sprechen ein Problem an, dass bei vielen in der Kirche vorliegt. Sie werfen den Zölibat und den Ordo (Weihe) zusammen. Das Zölibat ist ein disziplinärer Punkt, der sich im Laufe der Zeit in seiner heutigen Gestalt entwickelt hat und auch nicht für alle gilt - Ostkirchen und Konvertierte sind davon frei. Frauenordination hingegen gab es noch nie und die Kirche hat sich da auch festgelegt. Wenn dieses Bewusstsein fehlt, muss es natürlich zu Missverständnissen kommen. Zudem wurde das (spezielle) Frauendiakonat ja bereits von einschlägigen Gruppierungen abgelehnt.

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    3. Ich sehe die Unterschiede zwischen den zwei Fragestellungen durchaus. Ich stelle nur fest, dass beide Komplexe plötzlich auch von jenen thematisiert werden, die sich bislang strikt geweigert haben, darüber zu reden, in Sachen Frauenordination sogar ein Redeverbot verhängt haben. Ich habe auch weder in der einen noch der anderen Frage konkrete Erwartungen. Als Alt-Katholik bin ich auch nicht unmittelbar betroffen. Trotzdem lassen mich die Entwicklungen in unserer grossen und leider etwas dominanten Schwester-Kirche nicht unberührt.

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