ACHTUNG: Zur Zeit gibt es bei Blogger Probleme mit dem Internet Explorer. Videos können beispielsweise nicht angesehen und Kommentare nicht abgeschickt werden. Bitte in diesem Fall einen anderen Browser wie z.B. Firefox benutzen!

Donnerstag, 4. April 2013

Osterfeuer

In gleicher Gemeinde, in der ich den kleinen Gründonnerstagsgottesdienst mitfeierte, war ich auch in der Osternacht. Was für ein Unterschied!

Die Kirche war - wie schon im vergangenen Jahr - brechend voll, denn in dieser fusionierten Gemeinde gab und gibt es nur diese eine Osternachtsfeier für alle Kirchorte. Nicht alle Mitfeiernde kamen daher nach draußen zum Osterfeuer, man könnte sich ja beim Wiederhereingehen, auf einen anderen Platz setzen müssen! Trotzdem war es auch draußen voll. In einem engen Kreis warteten viele mit dem Blick in die Flammen und ihre Wärme in der kalten Nacht genießend auf den Beginn der großen Liturgie.

Eine Menge Ministrant_innen, Lektor-innen und Kommunionhelfer_innen waren zusammen gesammelt worden. Schweigend zogen sie mit dem Pfarrer aus dem Gemeinderaum nach draußen durch die wartende Menge. Wegen der räumlichen Grenzen stellten sich alle an der Liturgie Beteiligte dann direkt rund um das Osterfeuer - nahmen aber so der Gemeinde Wärme und Sicht.

Das war keine Absicht, geschah einfach und war mir doch ein Bild: Kann es sein, habe ich mich in dem Moment gefragt, dass wir, die wir uns "in der Mitte" der Kirche und "nahe am Feuer" verstehen, unabsichtlich anderen damit den Zugang zu diesem Licht und dieser Wärme versperren?

Zweifellos: um selber ausstrahlen zu können, muss ich mich immer wieder vom "Licht der Welt anscheinen" lassen, so wie eine Solarlampe, die Sonnenlicht sammelt, um im Dunklen Helligkeit abgeben zu können. Irgendwann aber ist es Zeit, zur Seite zu gehen, nach hinten, in die Dunkelheit und Kälte, um andere, die zuvor frierend am Rand standen, in die Mitte zu lassen.

Pinguine, so las ich einmal, stellen sich in Kälte und Sturm auch eng zusammen, so dass die in der Mitte gewärmt werden. Die bleiben aber nicht dort, sondern wechseln dann wieder weiter nach außen, so dass alle genügend gewärmt überleben können. Das heißt aber: alle müssen sich bewegen, niemand darf auf dem einmal erlangten Platz sitzen oder stehen bleiben!

Ich hoffe, dass mir selbst dieses in Bewegungsein ausreichend gelingt. Dass ich mich zwar genügend vom "Licht der Welt bescheinen" und vom "Osterfeuer erwärmen" lasse, um die Erfahrung von Wärme und Licht weitergeben zu können, gleichzeitig aber auch zur rechten Zeit beiseite trete, um niemanden den eigenen Weg "zur Mitte" zu versperren!

Wie Pinguine das machen ist in diesem Video (lässt sich leider nicht einbetten) ab etwa 4:50 zu sehen.


Creative Commons LizenzvertragFrech.Fromm.Frau. von Ameleo steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

1 Kommentar:

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.