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Sonntag, 28. April 2013

Wahrscheinlich hat sie sich einfach nur geirrt!

Wenn es medial nicht so breit getreten worden wäre, hätte ich von diesem lächerlichen "Sockenskandal" überhaupt nichts mitbekommen. Was war passiert? Frau Dr. Lücking-Michel hatte auf der Vollversammlung des ZdK einen Vergleich zwischen den Päpsten Benedikt und Franziskus machen wollen, mit dem sie ihre Begeisterung für den aktuellen Papst ausdrücken wollte. Dabei hatte sie fälschlicherweise behauptet, Papst Benedikt hätte Gründonnerstags besockte Priesterfüße entgegengestreckt bekommen und sie nicht gewaschen, sondern nur mit ein paar Tropfen Weihwasser benetzt. Inzwischen hat sie diese Behauptung auf Facebook widerrufen und sich öffentlich dafür entschuldigt.

Dabei hat sie sich doch wahrscheinlich nur geirrt! Sie muss in meiner
Kindheits- und Jugendgemeinde gewesen sein. Damals, etwa Ende der 70er Jahre, wurde dort die Fußwaschung in der Gründonnerstagsliturgie eingeführt. Zwölf Leute aus der Gemeinde waren dazu ausgewählt worden, Männer und Frauen, junge und alte. Dann kam der spannende Moment. Die Auserwählten kamen nach vorne, setzten sich auf die zwölf bereitstehenden Stühle und alle begannen, einen Fuß zu entkleiden.

Alle? Nein: eine ältere Dame war nicht recht vorbereitet auf diesen Moment und trug leider eine dünne, hautfarbene Nylonstrumpfhose unter ihrer Hose, was ihr sichtbar peinlich war. Unser damaliger Pfarrer löste die Situation galant und wusch tatsächlich einfach die Fußbekleidung mit. Mir ist nicht bekannt, dass der Fuß jener Dame wegen der anschließenden Feuchtigkeit im Schuh Schaden genommen hätte. Die Geschichte ist der Gemeinde allerdings in bleibender Erinnerung geblieben.

Da ich unsere Gemeinde für nicht außergewöhnlich halte, gehe ich davon aus, dass dieses Maleur alle paar Jahre irgendwo an Gründonnerstag passiert und sicher des öfteren auf dieselbe Weise gelöst wird. Da ist es durchaus wahrscheinlich, dass auch Frau Dr. Lücking-Michel derartiges in was für einem Gründonnerstagsgottesdienst auch immer schon einmal erlebt hat, es jetzt ungeschickterweise mit dem emeritierten Papst Benedikt in Verbindung gebracht und für ihre Argumentation genutzt hat.

Aber in der Öffentlichkeit DARF natürlich ein solcher Fehler, ein Irrtum nicht passieren. Schon gar nicht, wenn der emeritierte Papst Bendikt dadurch in ein schlechteres Licht gerückt wird, als sein Nachfolger Franziskus! Obwohl: wer weiß denn schon, ob der nicht auch schon mal an Gründonnerstag den bestrumpften Fuß einer etwas tüdeligen Person gewaschen hat?! Ernst und würdig, mit einem Schmunzeln in den Augen.

 
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Kommentare:

  1. Ein reichlich Freud'scher Versprecher. Das bereitwillige Gelächter lässt auch tief blicken. Irritierend finde ich auch die Assoziation von Fußwaschung und Sexualität. Da käme dann wieder Freud zum Zug.
    Sie hat sich den Spott mit ihrer Unredlichkeit redlich verdient. Die Moral von der Geschicht: wir sollten alle weniger projezieren (Freud) und mehr zuhören. Bei Licht betrachtet hat Franz bisher nichts gesagt, das inhaltlich nicht auch von Benedikt stammen könnte. Im Stil sind sie sicher unterschiedlich. Das rechtfertigt aber solche Eskapaden nicht. Naja, sie hat sich entschuldigt und wird sich wohl zukünftig hüten, öffentlich schmutzige Wäsche zu waschen. Allerdings sollte man über eine Entweltlichung des ZDK nachdenken, im Sinne von mehr Trennung zwischen Kirche und Staat: keine Politiker in solchen Gremien. Die können sich in Rundfunk, Aufsichts- und Stiftungsräten austoben. Kirchenkritik von Leuten, die mir ohne mit der Wimper zu zucken in intimste und privateste Details meines Privatlebens hineinregieren (mit Macht und Gewalt), ist ohnehin lächerlich. Bzw. ist es beängstigend, dass diese Leute sich auch noch meiner Religion bemächtigen wollen.

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  2. Liebe Ameleo,

    der Irrtum zeigt wiederum, wie vorsichtig man immer
    sein sollte.

    Sonnige Grüße und einen guten Wochenstart
    Elisabeth

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  3. So wie Du's beschreibst habe ich das in einer grossen Kirche in München auch erlebt. Der Pfarrer hat es auch einfach so gelöst, ohne lang ein Aufheben zu machen. So sollte es doch aber auch sein, oder?
    liebe Grüsse zum Wochenanfang
    Elisabeth

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  4. Ich denke nicht, dass es um die Socke geht. Was interessiert es uns, ob der Hl. Vater mal ne Socke mitgewaschen hat. Vllt. wurde die danach noch eingerahmt. Sondern das die Assoziation der Argumentation war: Franziskus wäscht nackte Frauenfüsse = gut. Benedikt besockte Männerfüsse = weniger gut.
    Und das geht eben nicht.

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    1. Auch um die Päpste ging es nicht, sondern um verletzte Gefühle.

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  5. Antworten
    1. Derer, die Benedikt vermissen und aus tiefer Zuneigung zu ihm noch um ihn trauern.

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    2. Mhh ... ich würde sagen, dass ist sicherlich ein Grund.
      Der andere scheint mir aber, dass hier versucht wurde, Impulse von Papst Franziskus zwanghaft auf das aktuelle Thema zu projezieren und dabei ziemlich daneben gehauen wurde. Verstärkt wurde die Resonanz noch dadurch, das die aktuelle Sex-Debatte des ZdK ohnehin auf wenig Gegenliebe in der Szese stößt.

      Aber vllt. warten wir alle mal lieber, was der Hl. Vater so zu dem Thema später mal sagt. Dann können wir uns immer noch aufregen.

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  6. Ähm...ich versteh's immer noch nicht.
    Wo ist da jetzt der Skandal? Frau L-M hat gemeint, Benedict XVI. habe jemandem Wasser auf die Socken gespritzt und Franziskus nicht?

    Warum reagiert die Blogozöse jetzt so wenige nächstenlieb und haut z. T. niveaulosest auf Frau Lücking-Michael?

    Hat die katholische Kirche keine wichtigeren Themen?

    Was ist eigentlich das Problem?

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  7. Wo ist das Problem? Gute Frage!
    Das Problem ist, dass unsere Funktionäre einen Strohmann aufbauen, um in anschließend mehr oder weniger medienwirksam zu verbrennen.
    Denn Frau L-M stellt fest, dass die katholische Kirche keine Antwort auf die im Alltag existierenden Schwierigkeiten der Gläubigen in Sachen Sexualmoral hat.
    Dies ist so nicht ganz richtig. Johannes-Paul II. hat viele Mittwochskatechesen genau zu diesem Thema abgehalten, hat u.a. auch ein Buch dazu geschrieben und z.B. über die Rolle der Frau und der Familie in der Gesellschaft Enzykliken verfasst. Alles was JP2 aussagt und lehrt ist recht modern und kann mit Witz und Charm auch nicht-katholisches Publikum zu fruchtbaren Einsichten führen, gerade auch da wo die Lehre im Kontrast zur gesellschaftlichen Mehrheitsmeinung steht, wenigstens wenn man Christopher West als Referent hat.
    Nun kann man ja gerne sagen, all diese Antworten und Betrachtungen passen mir nicht in meinen persönlichen Kram und ich will anders leben. Schließlich ist das hier ein freies Land. Schwierig wird das allerdings m.M. wenn man gleichzeitig die katholische Kirche in der Gesellschaft repräsentieren will. Da wird es, und da bin ich wohl nicht alleine, problematisch gerade, wenn das dann auch noch mit einem Seitenhieb auf das Pontifikat von B16 verbunden wird. Einem Papst dessen Wirken vorallem durch geradezu ausufernde Bereitschaft zum Dialog gekennzeichnet war. Der Eindruck bei mir verfestigt sich, dass in Gremien wie dem ZdK keinerlei Interesse an den Schriften von JP2 und B16 vorhanden ist. Man beide Päpste lieber nicht ließt und sich schon garnicht mit ihren Aussagen ernsthaft auseinandersetzen möchte, sondern lieber angebliche Verklemmtheiten zur Schau stellt, um sich dann als Herolde einer anderen und besseren Kirche darstellen zu können. Johannes Paul II wurde von Uta Ranke-Heinemann,der grünen Fee der Progressiven, einst als polnisches Bäuerlein gelabeled, der Frauen nur als Jungfrauen ertragen könnte und der Mord an Millionen von Juden der Kirche angelastet, weil der eigentliche Grund für die Shoa war, dass Juden eben nicht an die Jungfrauengeburt glauben und B16 wurde, leider von weniger unterhaltsamen Personen, sofort als Panzer oder Rottweiler etikettiert und als unmodern und lebensfremd abgestempelt.
    Ich für meinen Teil erwarte von Leuten, die entweder ihren Gehaltsscheck von der Kirche bekommen oder sich in der Öffentlichkeit zu meinen Vertretern aufschwingen, einfach mehr ehrlich Auseinandersetzung gerade mit diesem Thema auf dem Boden der ja bereits bestehenden katholischen Lehre. Ich würde es für heilsamer - auch in der innerkirchlichen Auseinandersetzung halten, wenn man nicht mit Klischees und Strohmännern arbeitet, sondern gemeinsam über die das Thema betreffenden Enzykliken, Briefe und Katechesen nachdenken würde. Die katholische Kirch in Deutschland ein starkes Defizit in der Verkündigung, denn das Problem ist nicht, dass es keine modernen katholischen Antworten gibt, sondern dass sie nicht verkündet werden. Häufig, so muss ich immer wieder feststellen, weil gerade die, die die lauteste Kritik äußern, diese Antworten nicht kennen oder ignorieren.
    Und wenn das kein Problem ist, dann weiß ich es nicht.

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