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Freitag, 31. Mai 2013

Auferstehung und Himmelfahrt im Herbst

Nein, ich habe mich nicht im Kalender geirrt, weder mit den Festen noch mit der Jahreszeit. Es fehlen bloß noch meine monatlichen Gedanken zum Glaubensbekenntnis, bei denen ich mich an der Aufteilung des Blogs "Das Ja des Glaubens" orientiere. Zu den April- (am dritten Tage auferstanden von den Toten) und Mai- (aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters) Themen habe ich noch nichts geschrieben. Auferstehung und Himmelfahrt also. Aber statt theologischer Gedanken diesmal eher lokal-kulturelle.

Ostern und Himmelfahrt sind nicht nur für mich eng verknüpft mit dem Erwachen der Natur, wie es sich üblicherweise im Frühling ereignet. Die Tage werden länger, die Sonne scheint heller, die Temperaturen nehmen zu, überall grünt und sprießt es, Tierkinder kommen zur Welt.  Die Wohnungen werden mit Osterglocken und anderen Frühblühern geschmückt, mit Eiern, Küken, Schmetterlingen. Viele verchristlichte Ostersymbole knüpfen an diese Frühlingszeichen an wie klassischerweise der Hase, der sich in dieser Zeit sichtbar vermehrt oder das zunehmende Licht durch das Entzünden von immer mehr Kerzen in der Osternachtsliturgie.

Zu Himmelfahrt (und auch zu Pfingsten) freuen wir uns an dem frischen Grün überall. Daher werden an diesen Tagen vielerorts auch Open-Air-Gottesdienste gefeiert. Das zum-Himmel-blicken-können während des Gottesdienstes an Himmelfahrt und das Hinausgehen zu Pfingsten verbindet so die biblischen Erzählungen mit dem realen Erleben.

Nach den langen wachstumsarmen Monaten bricht im Frühling, wenn wir hier Ostern und Himmelfahrt feiern, die Natur aus dem zuvor scheinbar toten Boden hervor, Hinausgehen ist wieder angenehm (außer in 2013 ...). Auferstehung wird fast handgreiflich verstehbar, weil sie sich überall ereignet. Das Bild von der sich zum Schmetterling verwandelnden Raupe ist ein weiteres anschauliches Frühlingsbild für das, um was es bei Auferstehung geht.

Wie aber, frage ich mich, geht es wohl den Christinnen und Christen auf der Südhalbkugel unserer Erde, bei denen es an Ostern und zu Himmelfahrt um kürzer werdende Tage, längere Nächte, zunehmende Kälte, also in Richtung Herbst und Winter geht? Statt der kürzesten Nacht, wie demnächst bei uns, erleben sie in etwa drei Wochen die längste und dunkelste. Welche Symbolik aus ihrem Alltagserleben verwenden sie wohl z.B. in Lateinamerika oder im südlichen Afrika, um sich Ostern und Himmelfahrt erfahrbar zu erschließen?

Irgendwo in Lateinamerika, hörte ich mal, wird Ostern mit Erntedank in Verbindung gebracht. Vielleicht steht in der Volkstheologie dann auch der Dank für Jesu Leben im Mittelpunkt und die Hoffnung, dass es durch das - dort jahreszeitlich bevorstehende - Dunkel hindurch hoffentlich nicht nur für den Auferstandenen, sondern für uns alle mit einem neuen Leben weiter gehen wird.

Himmelfahrt müsste dort auf der Südhalbkugel von der Jahreszeit her Novemberfeeling haben. Wie sich das Fest wohl anfühlt bei Temperaturen und Lichtverhältnissen wie bei uns zu St. Martin oder gar im Advent?

Bei solchen Überlegungen stelle ich einmal wieder fest, wie sehr sich mein und unser Feiern der christlichen Feste mit dem verschmolzen hat, was wir zu den entsprechenden Zeiten auch im Alltag erleben: Weihnachten muss es dunkel und kalt sein und möglich romantisch verschneit. Ostern braucht erstes und Himmelfahrt/Pfingsten das volle Grün.

Sich diese Feste zu einer anderen Jahreszeit vorzustellen, kann ganz sicher dazu betragen, das dahinterstehende Heilsereignis noch einmal ganz neu und dadurch vertiefter zu verstehen. Wenn ich mal wieder mit Menschen aus diesen Ländern zu tun habe, werde ich ganz sicher nachfragen, wie das so geht: Ostern und Himmelfahrt im Herbst. Oder kann jemand von den Leserinnen und Lesern etwas dazu sagen?


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