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Freitag, 21. Juni 2013

100 Tage Franziskus als Bischof von Rom

Erst 100 Tage ist Franziskus im Amt. 100 Tage, in denen keine welt- bzw. die katholische Kirche bewegenden Entscheidungen getroffen wurden, aber doch 100 bewegende Tage mit manchem beeindruckenden Zeichen. Sein Tun ist seine Predigt, seine Worte korrespondieren mit seinem Handeln. Franziskus ist zu einem Sympathieträger der römischen Kirche geworden.

Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass irgendwann einmal jemand nach ihm kommen wird. Das Auf- und Durchatmen-können, weil wieder der frische Wind des Konzils weht und die aktuelle Möglichkeit der Identifikation mit seiner Authentizität, Zugewandtheit und Menschlichkeit trägt die Gefahr in sich, in einen gewissen Ausruh- und Selbstbestätigungsmodus zu schalten. Das fände ich fatal! Denn zum einen sind nicht alle Konflikte und heißen Eisen allein eine Frage des pastoralen Umgangs miteinander, zum anderen ist es auch bei einem sympathischen Papst wie Franziskus nicht sinnvoll, die Eigenverantwortung an ihn abzutreten.

Auch wenn in der Kirche die Ausrichtung auf Christus im Mitmenschen und auf ihn selbst im Zentrum stehen: Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit brauchen auch menschliche, gerechte und barmherzige Strukturen. Innen und außen bedingen einander. Dafür braucht es immer viele Menschen, die mit- und weiterdenken, miteinander und füreinander beten, miteinander und für das konkrete Kirchesein vor Ort handeln. Leitungspersonen kommen und gehen, das Volk Gottes bleibt - unterwegs.


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Kommentare:

  1. "menschliche, gerechte und barmherzige Strukturen" Gibt es sowas? Strukturen sind doch nie gerecht oder barmherzig. Das sind Menschen. Strukturen sind Ordungsinstrumente. Und Ordnung ist immer kontrollierend und streng. Das ist ihr Sinn, weil sie geschaffen ist, das Chaos zu bändigen.

    Ich denke Papst Franziskus wird keine barmherzigen Strukturen entwickeln, sondern höchstens solche, die besser funktionieren und weniger korrumpierbar sind.

    Ansonsten wird er uns vllt. ein Beispiel sein, wie wir persönlich menschlich, barmherzig und gerecht in diesen Strukturen arbeiten können.

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    1. Ungerechte Strukturen grenzen z.B. aus oder bevormunden. So waren zig Jahre Frauen noch nicht mal auf dem Papier gleichberechtigt. Klar müssen Menschen Strukturen umsetzen, aber zunächst die Freiräume und Grenzen definieren.

      Wenn alles nur von den Menschen abhinge, denen gerade Autorität zugestanden wird, würde Willkür herrschen und Schwächere und Minderheiten würden keinen Schutz genießen.

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  2. Strukturen bändigen als Ordnungsparameter das Chaos ? Das ist mir neu. Chaos ist in sich selbst schon strukturiert und hat eine ganz eigene Ordnung. Was Menschen mit Struktur verbinden, ist ja klar abzulesen, wenn wir uns mal die römische Kurie und den Vatikanapparat betrachten... noch mehr Beispiele nötig, MC ? Ordnung ist nicht kontrollierend und streng. Das ist nur EINE und zudem sehr enge Auffassung von Ordnung. Es kann nicht nur diese Definition von Ordnung geben, denn es gibt eine Pluralität von "Ordnungen", also individuelle Auffassungen darüber, was Ordnung ist oder was diese für einen Menschen bedeutet. Es kann immer auch andere Strukturen geben, die Menschen schaffen, um es gerecht, liebevoll, barmherzig, schützend, nicht willkürlich etc.p.p. zugehen zu lassen. Jesus z.B. ging es immer darum, Menschen aus unmenschlichen Strukturen zu befreien, ihnen Wege zu zeigen oder konkret zu helfen. Er aß mit Zöllnern, heilte und ließ denjenigen ihre eigenen Fehler, die sie bei anderen zuerst suchten. Er widersetzte sich einem pharisäischen Obrigkeitsdenken und gab denen ihre Rechte (Kinder, Frauen, Menschen am Rand der damaligen jüdischen Gesellschaft), die sie ordnungshalber und als Opfer falscher Strukturen nicht hatten. Er brach diese falschen und willkürlichen Strukturen und Ordnungen auf und stellte neue in den Raum, die erst zum Leben dienten.

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