ACHTUNG: Zur Zeit gibt es bei Blogger Probleme mit dem Internet Explorer. Videos können beispielsweise nicht angesehen und Kommentare nicht abgeschickt werden. Bitte in diesem Fall einen anderen Browser wie z.B. Firefox benutzen!

Dienstag, 25. Juni 2013

Wird am Ende abgerechnet?

UPDATE:
Dieser Post hatte andere Kommentatorinnen beleidigende Off-Topic-Kommentare zur Folge. Die beleidigenden Anteile habe ich gestrichen. Ist das nicht Zensur? Yep, das ist es. Denn ich dulde keine Beleidigungen auf meinem Blog. Mehr dazu hier.

Weil mir der Text von Kurt Marti, den "Anonym" im Kommentarbereich zu meinem Post "Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten" eingestellt hat, so gut gefällt, hole ich ihn mit einen Dankeschön "nach oben", damit er auch in Zukunft besser zu finden ist:

Wenn
die Bücher aufgetan werden,
wenn sich herausstellen wird,
dass sie niemals geführt worden sind:
weder Gedankenprotokolle noch Sündenregister,
weder Mikrofilme noch Computerkarteien.

Wenn
die Bücher aufgetan werden,
und siehe, auf Seite eins:
"Habt ihr mich für einen Eckenspäher und Schnüffler gehalten?"
Und siehe, auf Seite zwei:
"Der große Aufpasser oder Unbruder: eure Erfindung!"
Und siehe, auf Seite drei:
"Nicht eure Sünden waren zu groß - eure Lebendigkeit war zu klein!"

Wenn
die Bücher aufgetan werden.

Kurt Marti (Quelle mir nicht bekannt)
 
Wäre ja tatsächlich ein ziemlich verqueres Gottesbild, in Gott einen "Eckensteher und Schnüffler", "Aufpasser und Unbruder" zu sehen, der Buch führt über unsere Unzulänglichkeiten und am Ende mit uns abrechnen wird!
 
Obwohl: Über die Rechnung, die uns einmal präsentiert wird, hat doch mal Lothar Zenetti geschrieben ...

Die Rechnung

Einmal wird uns gewiss
die Rechnung präsentiert
für den Sonnenschein
und das Rauschen der Blätter
die sanften Maiglöckchen
und die dunklen Tannen
für den Schnee und den Wind,
den Vogelflug und das Gras
und die Schmetterlinge
für die Luft,
die wir geatmet haben,
und den Blick auf die Sterne
und für alle die Tage,
die Abende und die Nächte

Einmal wird es Zeit
dass wir aufbrechen und bezahlen.
Bitte die Rechnung.
Doch wir haben sie
ohne den Wirt gemacht:
Ich habe euch eingeladen,
sagt der und lacht,
soweit die Erde reicht:
Es war mir ein Vergnügen!

(aus: Sieben Farben hat das Licht, Lothar Zenetti)
 

Creative Commons LizenzvertragFrech.Fromm.Frau. von Ameleo steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Kommentare:

  1. Liebe Ameleo,

    die Texte sprechen für sich.

    Sonnige Grüße

    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  2. Hallo ... ich war hier ... :-)
    Wie schon so oft.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  3. Beleidigende Passagen in bisherigen Kommentaren zu diesem Post hätten zu deren Löschung führen müssen. Damit wären aber auch andere Kommentare verloren gegangen, die hier gerne stehen sollen. Daher habe ich mich für dieses Mal dazu entschieden, die beleidigenden Passagen zu streichen und entsprechend zu kennzeichnen. Ja, das ist Zensur! Beleidigungen werden hier nicht geduldet!

    AntwortenLöschen
  4. (... = weil andere Kommentatorinnen beleidigend, 1. Teil gestrichen. Es ging darin um Kommentare, die Herrn Lamers nicht gefallen.)

    Über die schwer erträgliche Verharmlosung des Gerichts in den von Ihnen zitierten Texten schweigt des Sängers Höflichkeit, sonst verbannen Sie mich am Ende noch auf die „Trollwiese“…

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. (Bezug nehmend auf den beleidigenden Teil, den Part bestehen gelassen, auf den im weiteren Verlauf eingegangen wird.)
      Auf Blogs jenseits der sogenannten Blogoezese ist es durchaus üblich, sich gegenseitig ein gutes Wort zu zusprechen. Ich finde das einen sehr angenehmen und freundlichen Umgang miteinander, den ich sehr schätze.
      (...)

      Löschen
    2. @Gereon Lamers,
      "schwer erträgliche Verharmlosung des Gerichts"??
      Und woher wissen Sie, wie das Gericht aussieht und wie stellen Sie sich vor, dass man es mit der Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen vereinbaren kann? Bitte kommen Sie jetzt nicht mit dem freien Willen, der Entscheidung gegen Gott und so weiter. Ich kenne das alles. Aber ich glaube dass Gott auch weiß, in welch geringem Maß viele Menschen ihren "freien Willen" wirklich nutzen können, weil sie so befangen in ihrer eigenen Situation, ihren Veranlagungen, Möglichkeiten, Begrenzungen sind.
      Und wofür ist Jesus dann gestorben, wenn es dann doch ein Gericht gibt und manche ewig verdammt werden? Möchten Sie im Himmel sein, wenn Sie wissen, dass andere (selbst wenn es die schlimmsten Menschen waren) in der Hölle sind? Wir sollen unsere Feinde lieben, wird Gott das nicht tun?
      Vielleicht haben Sie ja recht, vielleicht verharmlosen die Texte hier ja wirklich das Gericht. Jesus spricht ja auch oft genug von der Hölle. Aber kommen Sie damit so einfach zurecht?

      Löschen
    3. @Maria:
      Habe ich behautet, daß ich das wüßte? Keineswegs! Aber wie ein „Kaffekränzchen“ jedenfalls sicher nicht, sondern wie ein letzter, existentieller „Einbruch“ des Bewußtseins über eigenes Ungenügen und eigene Schuld. Nicht gemütlich… Im Ernst: Ich bin, bei allem Nicht-Wissen überzeugt, daß wir aufhören müssen, die arme Mahl-Metapher weiter zu Tode zu reiten, wie das die Blog-Betreiberin gerade wieder getan hat.
      Ihre Beobachtung, man könne, nein müsse sich doch sehr fragen, ob denn die menschliche Freiheit, wie wir sie kennen für die Konsequenzen, die sie haben kann, auch „ausreicht“, ist höchst berechtigt! Sie finden sie auch bei einem gewissen J. Ratzinger (in seiner „Eschatologie“, die ich gerade nicht zur Hand habe, aber ich kann die Seitenzahl gerne nachliefern!).
      Und weiter: Nein, ich komme mit dem Gedanken keineswegs „einfach zurecht“, das wäre wirklich übel! Aber Sie haben ja selbst auf das völlig eindeutige biblische Zeugnis verwiesen. Alles wofür ich plädiere ist: Hört auf, aus dem Glauben einen Kindergarten zu machen! Das, worum es geht ist nicht gemütlich, übrigens nach meiner Erfahrung (!) kommt man nicht mal bei Kindern mit der Verharmlosung weiter.
      Anders ausgedrückt: Wir wissen, daß wir hinsichtlich der „letzten Dinge“ nicht wirklich weit kommen, aber wenn wir (das Wenige) fröhlich ignorieren oder umdeuten, was Offenbarung und Vernunft uns erlauben zu erkennen, dann kommen wir nicht einmal das kleine Stück weit, daß wir uns als Glaubende UND Vernunftwesen schuldig sind.
      Erlauben Sie mir zum Abschluß noch einen Appell, nein eine Bitte? Lesen sie Ratzingers Eschatologie! Es ist kein einfaches Buch, aber wenn Sie es unvoreingenommen lesen, werden Sie sehen, es geht nicht um „Tradition per se“, um „Dogmen als solche“; es geht um Argumente!

      Löschen
    4. @Gereon Lamers
      Auch wenn sich der Kommentar an Maria richtet, möchte ich darauf reagieren.

      Wenn ich mir die biblischen Texte durch alle Bücher anschaue, dann stehen dort aufrichtende, ermutigende Botschaften neben ermahnenden. Nicht jedes Wort, von den Propheten über Jesus bis zur Offenbarung, galt gleichzeitig für alle. Sie wurden in konkrete Situationen zu konkreten Menschen gesprochen und wir heute erachten sie als andauernd gültig. Aber auch heute kann nicht jedes Wort jeder bzw. jedem gleich gelten. Die einen brauchen Ermutigung, die anderen eben Ermahnung.

      Ich gehe davon aus, dass mit der Hilfe der göttlichen Geistkraft jeder und jede eine Ahnung davon bekommen kann, was ihm oder ihr gilt. Und bin ich davon überzeugt, dass weder Sie noch ich letzten Endes enttäuscht werden werden.

      Löschen
  5. „Jenseits der sogenannten Blogoezese“? Das ist interessant, denn es gibt nach wie vor Menschen, die rechnen Sie dazu, zu dieser „sogenannten Blogoeszese“ (Norbert K., hörst Du zu?!). Ich stelle fest, Sie wollen offenbar auch gar nicht (mehr). Das fände ich, ganz neutral gesprochen!, gut, denn das könnte zur besseren Orientierung beitragen und selbstverständlich kann es Blogs, die sich mit Katholischem beschäftigen (um die schwierige Frage , was ein „katholischer Blog“ sei mal zu umschiffen…) auch außerhalb der Blogoezese geben, the more the merrier!
    (... = weil andere Kommentatorinnen beleidigend, gestrichen)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Was mein Verweis auf Blogs jenseits der sogenannten Blogoezese ("sogenannt", weil nicht eindeutig definiert oder definierbar) mit meiner Zugehörigkeit zu oder Identifikation mit ihr aussagt, erschließt sich mir nicht.

      Allerdings beobachte ich mit Besorgnis, dass die Blogoezese kein Abbild der katholischen Kirche in Deutschland ist, sondern in breiten Teilen eher Ansichten vom konservativen, traditionellen bis traditionalistischen Rand überwiegen, gepaart mit einem Umgangston, der wegen seiner offensichtlichen oder subtilen Aggressivität häufig sehr zu wünschen lässt. Eine Meinungsvielfalt und katholische Weite scheint von manchen - vielleicht auch von Ihnen? - nicht erwünscht zu sein. Auch das biblische "seht, wie sie einander lieben" erlebe ich anderswo ausgeprägter als in der Blogoezese. Ich bedauere das - anderen scheint es zu gefallen. So verschieden sind wir!

      Löschen
  6. @Gereon Lamers, @Amaleo
    Als nur manchmal auf Blogs der "sogenannten Blogozoese" Mitlesende will ich mich in die Auseinandersetzung über Umgangston usw. nicht einmischen. Nur soviel: als langjährige "Durchschnittskatholikin",die sich in vielem (leider) dem "mainstream der deutschen katholischen Kirche"
    - so nenne ich es jetzt mal - angeschlossen hatte, finde ich - oft- die Ansichten von "konservativen Traditionalisten" sehr interessant und nachdenkenswert, wenn ich auch nicht alles teile! Was den Umgangston betrifft, scheint es mir auch hier große Unterschiede zu geben, die eigentlich ein Urteil wie oben für mich nicht nahe legen.
    Ausdrücklich möchte ich mich aber bei Gereon Lamers für die ausführliche, meine Fragen ernst nehmende Antwort bedanken, ebenso wie für den Hinweis auf das Buch. Und seit ich überhaupt mal etwas von Ratzinger bzw. Papst Benedikt im Original gelesen habe (und eben nicht nur die von Medien ausgewählten Sätze), weiß ich, dass es bei ihm nicht um "Dogmen", "Rechthaberei", "Tradition" usw. geht, sondern um ein oft sehr nachdenkliches Bemühen um Liebe und Wahrheit. So habe ich jedenfalls seine bis jetzt von mir gelesenen Texte immer empfunden.
    Viele Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich möchte mich auch bei Gereon Lamers bedanken.
      Einmal u.a. ebenfalls für den Buch-Tipp. Zum anderen aber auch, weil er mir sozusagen die Arbeit abgenommen hat. Denn ich hätte mich gern auch in diesem Sinne zu Wort gemeldet, nur bekomme ich das alleine sprachlich nicht so hin. Daher bin ich dankbar, dass es jemand übernommen hat, der es besser ausdrücken kann.

      Löschen
  7. @Gereon Lamers
    sorry, eigentlich wollte ich ja nochmal erklären, dass ich Ihnen ja in vielem zustimmen muss, wenn ich die Bibel lese, das was Jesus gesagt hat. Kann das wirklich alles "nur", sagen wir mal "pädagogisch" gemeint sein? Also als Drohung, die manche Menschen nun mal "brauchen", um auf den rechten Weg zu kommen? Die man aber in letzter Konsequenz so nicht wörtlich nehmen soll? Auch von katholischen Pfarrern bin ich schon so oder ähnlich ("glauben Sie nicht, dass Jesus uns schon erlöst hat") belehrt worden. Ohne dass es mich überzeugt hätten. Andererseits liegt mein Problem darin, an einen solchen letztlich doch grausam strafenden Gott zu glauben. Wenn Gott doch alle erschaffen hat, und, wie es heißt, alle liebt, hätte er dann nicht dafür sorgen können, dass alle (irgendwann) seine Liebe erkennen und annehmen? Würde ein liebender Vater ein Kind dessen "freien Willen" zu seinem eigenen Nachteil gebrauchen lassen oder es nicht im letzten Moment davon abhalten? Und sind wir nicht alle "Kinder" Gottes? Diese Fragen sind es letztlich, die ich mir immer wieder stelle.
    Deshalb haben mir vielleicht auf den ersten Blick die in diesem Blog eingestellten Texte so gefallen...
    Rein rational stimme ich Ihnen aber in vielem zu.
    @Ameleo
    entschuldigen Sie, wenn das jetzt nochmal geschrieben habe. War keineswegs gegen Sie gerichtet, ... gerade weil ich in dieser schwierigen Frage nicht so recht klar komme, bin ich Ihnen dankbar für Ihre Texte, aber... s.o.
    Viele Grüße nochmal!

    AntwortenLöschen
  8. @Ameleo

    Sie haben ein gutes Werk getan. Zum einen haben Sie richtig auf Unverschämtheiten reagiert. Zum anderen haben Sie dem Blogger, der Sie auf Ihrem eigenen Blog um Zurückhaltung bat, um mit einer anderen Bloggerin zu disputieren, die Möglichkeit gegeben, endlich einmal ansatzweise so etwas wie Leserkommentare auf seinem eigenen Blog zu erzeugen. So sollte er zufrieden sein und Sie sind ihn hoffentlich los ;-)

    Nach Ratzinger stehen die offenbarten Wahrheit übrigens hinter den Texten und Worten und sind als göttliche Wahrheiten immer wieder neu zu ergründet und in zeitgemäße menschliche Sprache zu übersetzen. Ein Vokabular um Kaffeekränzchen, Kindergarten, Inhaltsleere, Nonsens und etwas ins Verkehrte drehen kann man sich also getrost ersparen, wenn man um Vorstellungen von Gott ringt...

    AntwortenLöschen
  9. Das erste Gedicht ist nicht so mein Fall. Da bin ich durchaus mit Gereon Lammers. Das Zweite finde ich hingegen sehr schön.

    AntwortenLöschen
  10. Kurt Martis Gedicht ist einfach nur gut und es trifft wirklich ins Schwarze:

    „Eure Lebendigkeit war zu klein!“ Das wird wehtun, uns und ihm selbst, wenn er uns einmal zeigen muss, wie viel freier, wie viel liebevoller, wie viel weniger selbstbezogen wir hätten leben können, zu wie viel mehr Risiko, Hingabe und Entschlossenheit wir hätten fähig
    gewesen sein können (vielleicht ohne es selbst zu merken, ganz selbstvergessen und ohne uns etwas einzubilden), wie viel aufgeschlossener gegenüber der Welt und den Menschen wir hätten leben können, wenn wir uns nur den Reichtum an Liebe hätten gefallen lassen, den er uns ausgeteilt hat. „Eure Lebendigkeit war zu klein!“ Euer Glaube war zu klein, der Glaube an mich, der ich euch gesagt und gezeigt habe, dass ihr leben
    dürft unter dem menschenfreundlichen Blick Gottes. Solcher Glaube kann gar nicht anders, als sich in der Liebe auszuwirken.

    Ich denke, wir müssen uns sehr emanzipieren von diesem autokratisch-dogmatisch-strafenden-aufgeblähten Richterstuhl- und Höllengefasel, den uns die Kirche so gern einreden will. Die Apokalypse, die eschatologische Endzeitvorstellung und das damit zusammenhängende "personale" Gericht Gottes ist nichts, was einem Christen gut ansteht. Die Vorstellung einer Selektion und einer- Lohn-Strafe-Vorstellung ist eine rein menschliche Vorstellung, die sich die Kirche als Herrschaftsmittel zunutze macht, um ihre Deutungshoheit über das, was GOTT ist , zu manifestieren. Auch Praktiken, wie Beichte / Sünden"vergebung" gehören dazu, denn die Interpretation des Wortes Jesu aus Nazareth ist einseitig und schließlich auf priesterliche Vollmacht reduziert worden. Das gleiche gilt übrigens für das Wort von dem "Binden und Lösen auf Erden". Wie klein wird GOTT damit und dadurch gemacht, wie verfügbar, dass dieser Größe solch Mißgünstigkeiten unterstellt werden, die allein mesnchlichen Maßstäben entsprechen ! Oh Lord...

    AntwortenLöschen
  11. Das ist eine Unverschämtheit, was Sie sich hier erlauben! Was Sie als "Gefasel" bezeichnen, ist genau das, was uns unser HERR Jesus Christus gelehrt hat. Die Kirche hat die Pflicht, dies zu verkünden. Ja, aber genau das wird ja heute nicht mehr getan (mit wenigen Ausnahmen), weil "aufgeklärte" Katholiken daran Anstoß nehmen.

    "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben. Wem ihr sie nicht vergebt, dem sind sie nicht vergeben."

    Wie kann man denn behaupten, dass sich ein solcher Satz verschieden interpretieren ließe? Dann lassen Sie uns doch bitte gnädigerweise einen (oder am besten gleich mehrere) Interpretationsvorschläge hören.


    „Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden“ (2 Tim 4,3-4).

    AntwortenLöschen
  12. Natürlich wird am Ende abgerechnet, das ist ja das tröstliche! Und die Schrift ist voll damit!
    Und wenn der Mensch dann, auch der beste begreift, dass seine Schulden bereits bezahlt sind und das annehmen kann, dann ist er erlöst!
    Es geht nicht um Buchhaltung oder sowas, sondern darum die Vergebung anzunehmen und da tun sich die "Dirnen und Zöllner" leichter, als die Gerechten, weil letztere die eignen Abgründe besser sehen (aber nicht immer)

    AntwortenLöschen
  13. Zur Einordnung des Themas in den biblischen Kontext verweise ich auf meinen neuen Post: http://frech-fromm-frau.blogspot.de/2013/07/barmherzigkeit-und-gerechtigkeit.html

    AntwortenLöschen
  14. Volker Schnitzler1. Juli 2013 um 16:10

    @NonKonform

    An Ihrem Beispiel wird deutlich, wie hilfreich und wichtig die historisch kritische Methode ist. Grundsätzlich kann es nie funktionieren, einen einzelnen Vers aus dem Zusammenhang zu reißen, um was auch immer zu belegen. Mein Professor für AT hat immer behauptete, er könne auf der Grundlage dieses Vorgehens zu jedem einzelnen Vers der Bibel einen anderen Vers aufzeigen, der genau das Gegenteil behauptete. In diesem Fall vielleicht "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet", Bergpredigt Mt 7,1.

    Oder auch: "Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine
    Sünde wird ewig an ihm haften." Mk 3;28f

    Das von Ihnen zitierte Wort ergeht vom Auferstandenen, die Bergpredigt fasst Zitate des irdischen Jesus zusammen. Wie gehen wir mit diesen Widersprüchen nun um?

    Im ersten Jahrhundert existierte wahrscheinlich noch keine Beichte, da war man der Auffassung, dass die Taufe zu Erlösung genüge, Beichte entwickelte sich erst mit dem zweiten Jahrhundert. Hier hat man vielleicht einen Hinweis darauf, dass das Johannesevangelium ein eher spätes Evangelium ist, da auch ohne das Wort Beichte zu gebrauchen doch eine solche Vorstellung mitschwingt?!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Zu AT kann ich diesbezüglich nichts sagen, aber für uns ist ja wohl das NT ausschlaggebend und da fällt mir jetzt keine einzige Stelle ein, wo es darauf ankäme, dass die Aussage nur in einem bestimmten Zusammenhang zu verstehen ist.

      Zitat:
      In diesem Fall vielleicht "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet",

      Und was hat das jetzt mit meinem Zitat zu tun? Oder setzen Sie etwa "Sünden vergeben" mit "richten" gleich?

      Keine Vergebung der Sünden, wenn gegen den Hl. Geist gelästert wird - Reue und Buße (sonst ist ja die Beichte wohl kaum gültig) und Lästerung gegen den Hl. Geist schließen sich doch wohl gegenseitig aus oder?

      Um beim obigen Beispiel zu bleiben: wenn man davon ausgeht, dass die Aussagen Jesu nur im Kontext zu deuten sind, dann hieße das ja in diesem Fall, dass (nur) derjenige den Hl. Geist lästert, der behauptet, dass Jesus die Dämonen mit Hilfe ihres Anführers ausgetrieben hat. Hierbei ergibt sich aber noch eine weitere Schwierigkeit, denn so weit mir bekannt, hat es die historich-kritische Exegese nicht so mit Dämonen und Co. ;-)

      Übrigens: es macht doch Sinn, dass erst der auferstandene Christus die Vollmachten den Aposteln erteilt hatte. Davor hatten diese ja es nicht mal verstanden, als er seinen eigenen Tod und die Auferstehung vorhergesagt hatte.

      Es gibt doch irgendwie zu denken, dass es überwiegend einfaches Volk war, welches die Lehre Christi verstanden und ihr auch gefolgt war und eben nicht in der Mehrheit Schriftgelehrten. Aber auch dazu gibt es in der Bibel sozusagen eine Erklärung...

      Löschen
  15. Volker Schnitzler5. Juli 2013 um 06:23

    Natürlich gilt das auch für das NT!

    „Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.“ Mt 5,19

    "Wenn ihr also durch das Gesetz gerecht werden wollt, dann habt ihr mit Christus nichts mehr zu tun; ihr seid aus der Gnade herausgefallen." Gal 5,4

    Klar, wenn jemandem die Sündenvergebung verweigert wird, dann wird über diesen gerichtet. Und was heißt es denn, gegen den Geist zu lästern? Und was, wenn ein Priester auch einem solchen Sünder vergibt? Ganz so einfach scheint es nicht zu sein... Unabhängig davon gebe ich Ihnen beim letzten Punkt völlig Recht! Glaube hängt nicht von Theologie ab!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sehr geehrter Herr Schnitzler,

      ich weiß nicht, ob wir beide das gleiche meinen. Geht es darum, den jeweiligen Zusammenhang zu beachten, um (bestimmte) biblische Aussagen überhaupt zu verstehen oder dass die letzteren nur in dem jeweiligen Kontext gültig sind? Weil im 1. Fall stimme ich zu: es kann mitunter notwendig sein, es zu berücksichtigen, wann Jesus was sagte (wozu brauche ich dazu die historisch-kritische Methode?). Aber deswegen verlieren sie keineswegs an Allgemeingültigkeit.

      Bzgl. (scheinbarer) Widersprüche füge ich noch ein weiteres Zitat hinzu, dann wird das Chaos perfekt. ;-)

      Jakobus: „Was hilft´s, liebe Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen? ... So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glaube allein."

      (Jakobus 2, 14.24)

      Bzgl. Einhaltung der Gebote setzt Jesus noch eins drauf, z.B. wenn Er sagt:
      Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht ehebrechen!» Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

      Die Gebote werden also nicht nur nicht aufgehoben, sondern sogar noch krasser ausgelegt. Eine formelle Einhaltung der Gebote nützt aber recht wenig ohne den echten Glauben - an Christus. Hierbei kommt wiederum die Nächstenliebe ins Spiel, welche ohne "Werke" nicht auskommt. Es hängt also alles zusammen.

      Sündenvergebung: ich glaube daran, dass der Hl. Geist in dem Beichtvater wirkt, heißt also, wenn dieser die Vergebung verweigert, dann mit gutem Grund. Ich gehe nicht davon aus, dass der Priester nach eigenem Gutdünken handelt, etwa weil ihm der "Sünder" unsympathisch ist.

      Gegen den Hl. Geist lästern: hier empfehle ich noch einmal die Bibelstelle nachzulesen, wo Jesus davon spricht. Die Wahrheit leugnen, wo sie evident ist...(?)

      Löschen
  16. Volker Schnitzler7. Juli 2013 um 09:27

    Die Bergpredigt ist ein gutes Beispiel! Wer ist denn in der Lage, diese krasse Auslegung der Gebote wirklich umzusetzen? So könnte man diese überspitzte Rede auch so auslegen, dass wir alle Sünder sind und ohne die Gnade Gottes, sein Zukommen auf uns, verloren wären. Das schafft Demut, Barmherzigkeit und Nächstenliebe.

    So glaube ich, dass man biblische Zitate nicht einfach auf der wörtlichen Oberfläche betrachten sollte, sondern in die Tiefe gehen muss. Dazu hilft natürlich der textliche und historische Kontext und auch der heilige Geist :-)

    Ihre ideale Sicht des Beichtvaters ehrt sie, aber alleine der Missbrauchsskandal weist eine Vielzahl von Fällen auf, wo Beichtväter ihr Macht gnadenlos missbraucht haben...

    Und was Jesus in der konkreten Situation mit "Lästern gegen den Geist meint" ist klar. Was bedeutet das aber heute? Haben Sie schon Leute erlebt, die gegen den heiligen Geist lästern? Ich nicht. Trotzdem denke ich, dass man diese Perikope trotzdem aktualisieren kann, vielleicht im Sinne von gegen sein Gewissen handeln. Das wäre dann aber eine Meditation und hätte nicht direkt mit dem Vers zu tun.

    Und wie gehen Sie damit um, dass Jesus sich in der Perikope schroff von seiner Familie abwendet, nicht sie sind seine Brüder und seine Mutter, sondern die um ihn herum, die den Willen Gottes tun? Seine Familie hält ihn für verrückt (Mk 3,21). So scheint der Herrenbruder Jakobus in der frühen Gemeinde sehr mächtig gewesen zu sein, die Männer um Jakobus (Gal 2,12) treten dann aber in den Paulusbriefen als Gegner der gesetzesfreien Heidenmission auf. So machte das Zitat, dass Sie anführen, tatsächlich Sinn. Es zeigt auf, dass es in der frühen Gemeinde tatsächlich einen Richtungsstreit zwischen Juden- und Heidenchristen gab. Hätten sich die Judenchristen durchgesetzt, wären wir hier in Germanien heute sicher keine Christen ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es wird sicher kaum möglich sein, *jede* der Forderungen *immer* 1:1 umzusetzen. Aber wir sind dennoch dazu angehalten, es immer wieder und wieder zu versuchen. Für mich war es übrigens seinerzeit (ist noch nicht so lange her) ein wahrhaftiges Zeugnis und aufgrund meines persönlichen Weges eben sehr hilfreich zu hören, wenn Eltern (im TV-Interview) erklären, dass sie den Mörder ihres Kindes mit ins Gebet aufnehmen. Es funktioniert also, wenn man in Christus lebt, Stichwort: Selbstverleugnung. Dass uns dies nicht immer gelingen wird und wir also Sünder bleiben werden ist selbstverständlich. Aber das nimmt von uns nicht die Verantwortung, uns dennoch zu bemühen.
      Also mich hat die Bergpredigt schon als Kind total beeindruckt und ich nehme sie sehr ernst und wörtlich. Und "in die Tiefe gehen" bei so einer klaren Ansage? :-/ Jesus wollte doch, dass ihn möglichst alle verstehen, er sprach doch nicht zu einer geistigen Elite, also wählte er auch dementsprechend seine Worte. Oder glaubt einer ernsthaft, die Bibel sei für die aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts geschrieben worden? ;-) (Zuweilen hat man diesen Eindruck.)

      Missbrauch im Beichtstuhl - abgesehen davon, dass es ein Gräuel ohnegleichen ist - aber das Thema war ja über Richten bei verweigerter Sündenvergebung. Und so wie ich es aufgefasst habe, dass das erstere in solchem Fall automatisch zutrifft. Und das tut es eben nicht. Wobei ich es natürlich nicht beurteilen kann, ob es Einzelfälle gibt, wo ein Priester diesbezüglich einem Irrtum unterliegt. Dann aber nur, wenn Gott es zulässt, aus Gründen, die für uns nicht nachvollziehbar sind.

      Lästern gegen den Hl. Geist heute - da kann man sich wirklich die Zähne daran ausbeißen.Ich kann mich dem nur intuitiv nähern... Keine Ahnung, ob ich jetzt völlig auf dem Holzweg bin, aber da fällt mir z.B. hierzu der Abfall vom katholischen Glauben bzw. vom Christentum ab und die Zuwendung zum Aberglauben, Esoterik oder was es da sonst so auf dem Markt gibt.

      Dass Jesus diejenigen als seine Brüder und Schwester bezeichnet, die den Willen Gottes tun - damit gehe ich ganz entspannt um ;-) das ist doch ganz im Sinne des Evangeliums, wie könnten wir sonst auch sagen, dass Christus unser Bruder ist. Das heißt aber doch nicht, dass Jesus sich von seiner Familie abgewendet hatte. Ich denke, dass ER in diesem Moment etwas "genervt" war, weil man Ihn wohl gewissermaßen unter Druck setzen wollte - nun komm doch vor die Tür, da wartet doch Deine Familie, also alles stehen und liegen lassen. Doch hat Jesus weitaus Wichtigeres zu tun, denn "Euch muss es zuerst um das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit gehen" und „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig." Mit anderen Worten: Jesus macht klar, wo die Prioritäten liegen.
      Übrigens: in meinem früheren Job hatte ich viel mit Rußlanddeutschen zu tun und die vielen Schwestern und Brüdern stellten sich im Nachhinein als Cousins und Cousinen ersten Grades heraus. Dies nur so am Rande.

      "Hätten sich die Judenchristen durchgesetzt, wären wir hier in Germanien heute sicher keine Christen ;-)"

      Dem ist nur mit Dankbarkeit zuzustimmen. Wenn auch ich mich den Messianischen Juden sehr verbunden fühle, ebenso wie den zum Christentum konvertierten Moslems und daher auch arge Schwierigkeiten mit dem sog. interreligiösen Dialog habe. Aber das ist wieder ein Thema für sich.

      Das eigentliche Thema hier war die Endabrechnung, nur ob dieses noch "zeitgemäß" ist??

      Löschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.