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Montag, 29. Juli 2013

Weltjugendtag online

In aller Munde, auf allen Sendern und in allen Medien war der gerade zu Ende gegangene Weltjugendtag 2013 aus Rio. Neben dem, was so über die Nachrichtenticker verbreitet wurde, war ich auf die Blogs und anderen Internetseiten gespannt, und was von dort berichtet werden würde. Wirklich verfolgt habe ich nur das Blog des Bistums Osnabrück, dass ohnehin auf meiner Leseliste steht. Das dort Gelesene war dann auch mein Maßstab, mit dem ich nun die anderen Seiten dieser Blogsammlung gelesen habe.

Was für ein krasser Unterschied! Etliche Seite sind reine Organisationsseiten. Nach wirklichen und konkreten Erfahrungen sucht eine dort vergeblich. Andere sind spürbar von Profi-Journalist_inn_en geschrieben, mit großer Kompetenz, aber aus der Distanz und ohne Herzblut. Direkt von WJTs-Pilgerinnen und Pilgern wurde nur wenig gebloggt. (Möglicherweise lief mehr über Facebook, aber da bin ich nicht.) So waren es letztlich neben den Osnabrücker WJT-Pilgerinnen und Pilgern nur noch die Hamburger (beide waren ja mal ein Bistum) und die Freiburger/Speyerer, die einen Blick hinter die offiziellen Kulissen erlaubten und aus Pilger_innensicht berichteten.

Mein Favorit waren und bleiben die Osnabrücker, auch wenn - das sei angemerkt - hier nicht die Jugendlichen selbst, sondern ihre Reiseleitung bloggt. So reflektiert und neben den eigenen Erfahrungen auch größere Zusammenhänge im Blick habe ich keinen der anderen Beiträge erlebt! Als Beispiel hier der Besuch der Christo-Statue auf dem Corcovado. Schon die Überschrift weist über das rein Touristische dieses Ausflugs hinaus: Mit dem Rücken zu den Armen. Die Osnabrücker WJT-Pilgerinnen und Pilger stellten sich vor der Statue die Frage,
"wem der Christo die geöffneten Arme entgegenstreckt: Er schaut in Richtung Zuckerhut und Copacabana, wo sich die Touristen bzw. jetzt die WJT-Teilnehmer/innen bei den Großveranstaltungen sammeln. Favelas sieht man dort aber nicht oder kaum. Auch auf dem Corcovado selbst, sind keine Armen Menschen zu sehen, bis auf eine kleine Musikgruppe, die die Bergbahn ein Stück begleitet und mit ihren fröhlichen Liedern die Zeit verkürzen will, um dann um eine kleine Spende zu bitten."
Und so merkt der Beitrag kritisch an, dass es neben der Glaubensstärkung bei dem Besuch der Statue in der Regel häufig hauptsächlich um das "Beweisfoto" mit ihr im Hintergrund für die eigene Erinnerung und die Daheimgebliebenen geht.

Und nicht nur die Blickrichtung gibt Anlass zu kritischen Bemerkungen über die Christus-Statue, sondern auch ihr Aussehen:
"Dieser Christus ähnelt eher den Touristen oder die Touristen ihm, die sich in derselben Pose wie der Christo fotografieren lassen. Der biblische Christus verweist uns aber eindeutig auf die Armen, Witwen und Waisen, also die, die der Christo auf dem Corcovado hinter sich lässt. Natürlich machen auch wir hier in Rio Tourismus, sind ja auch Besucher und auch keine Armen. Aber neben die schönen Fotos heute vom Christo, möchten wir dann doch noch das Kreuz stellen, das wir im Menschenrechtszentrum entdeckt haben. Ein Kreuz, auf dem anstatt Christus, ein Landarbeiter zu sehen ist."
Dieses Bild mit Christus, dem Landarbeiter am Kreuz ist dann auf dem Blog zu sehen.

Bei vielen öffentlichen Bildern über den WJT habe ich mich gefragt, was denn nun das Brasilianische daran war und ob das Land trotz Besuchen in den Gemeinden und Mithilfe der Jugendlichen bei Projekten, nicht doch eher beliebig und kaum mehr als reine Kulisse war.

Auf dem Osnabrücker Bistumsblog ist dies erfrischend anders: hier war wirklich Lateinamerika zu spüren und eine Auseinandersetzung mit Land und Leuten in Spannung zu der eigenen Lebenswirklichkeit der WJT-Pilgernden. Für die Teilhabe daran an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Wer jetzt neugierig geworden ist, findet die WJT-Beiträge auf dem Osnabrücker Bistums-Blog unter der Rubrik "on tour", näherhin unter dem Label "Brasilien". Rüber klicken lohnt sich!


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Kommentare:

  1. Ja, ich bin neugierig geworden. Ich lass Dir herzliche Grüsse hier und geh dann mal auf den Link!
    ich wünsche Dir eine schöne Woche
    Elisabeth

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  2. Liebe Ameleo,

    deine guten Hinweise ersparen mühsames Suchen.

    Sonnige Grüße
    Elisabeth

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