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Montag, 9. Dezember 2013

Kampf eines Bischofs gegen seine eigenen Phantasien

Der Herr Vitus Huonder, Bischof von Chur, hat Spaß an der Provokation. Auch in diesem Jahr ist es ihm wieder gelungen, einen Knaller zu landen. „Gender – Die tiefe Unwahrheit einer Theorie“ heißt sein neuestes Schreiben ausgerechnet zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember! Er wendet sich darin gegen einen für Frauen, Männer, Kinder und überhaupt die ganze Gesellschaft gefährlichen "Genderismus".

Was in der Überschrift noch korrekt "Gender" genannt wird, heißt im Folgenden nur noch "Genderismus". Was soll das sein? Die Autokorrektur meines PCs kennt den Begriff schon mal nicht, und ein Wikipedia-Artikel wurde dazu ebenfalls nicht geschrieben, wohl aber zu "Gender".  Zwar gibt es andere, vereinzelte, eher als tendenziös einzustufende Artikel wie von PI oder kath.net unter diesem Stichwort. Sie ordne ich allerdings eher der Rubrik "Meinung" als der Sachinformation zu.

Existiert denn ein wie von ihm beschriebener "Genderismus" überhaupt? Mein Eindruck: hier kreiert jemand eine Sache, die es als solches nicht wirklich gibt, die auch niemand in dieser Form vertritt (außer denjenigen, die dagegen sind), um anschließend dagegen anzuwettern. Herr Huonder sollte demnächst mal lieber unter "Gender" und "Feminismus", bei dem es übrigens um eine Fülle an teilweise einander entgegengesetzten Feminismen geht, nachschlagen, falls es ihm um eine fundierte Auseinandersetzung mit diesen Themen geht, was ich aber bezweifle. Da sein "Genderismus" maximal ein absichtlich überzogen gemaltes Zerrbild dessen ist, worum es tatsächlich bei "Gender" geht, wendet er sich mit seinem Brief letztlich allein gegen ein Konstrukt seiner eigenen Phantasie. Darin kann ich Vitus Huonder nur vollstens unterstützen!

Möchte er sich allerdings tatsächlich einmal für Menschenrechte einsetzen, sollte er zunächst dringend darüber nachdenken, wo er selbst andere ausgrenzt, wie mit seinem Brief, und damit - theologisch gesprochen - ein Leben in Fülle für alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung oder ihren Ansichten verhindert!


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1 Kommentar:

  1. Interessant: Der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) sieht es ähnlich:
    "Bischof Vitus Huonder zeichnet einen verzerrten Genderbegriff"
    "Der SKF findet es besonders stossend, dass der Churer Bischof ausgerechnet zum Tag der Menschenrechte ein Papier veröffentlicht, welches sich nicht nur gegen die Rechte der Frauen richtet, sondern auch Homosexuelle diffamiert."
    Quelle: http://www.kath.ch/index.php?na=11,11,0,0,d,108616

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