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Samstag, 28. Dezember 2013

Prophetinnen, Jüngerinnen, Apostelinnen

Die Rolle von Frauen in der Kirche und in der Bibel war auch im vergangenen Jahr immer wieder Thema auf diesem Blog. Am zweiten Weihnachtstag brachte der Deutschlandfunk eine sehr gute Zusammenfassung des Themas. In weniger als einer halben Stunde wird man in der Sendung auf den aktuellen Forschungsstand gebracht. Wer nicht hören will, muss aber nicht fühlen, sondern kann den Sendungstext auch einfach selber lesen. Hier gehts lang zu beidem!


Ein zentraler Satz der Sendung ist für mich:
"Dass Frauen ganz bemerkenswerte Funktionen eingenommen haben in diesen frühen Gemeinden, das ist nicht wegzudiskutieren. Da werden ganz interessante Titel verwendet, wie die Phoebe, die als Diakonos und Prostatis der Gemeinde von Kenchräa bezeichnet wird. Es gibt die Junia, die als Apostolos bezeichnet wird - also, dass es diese Frauen gegeben hat, dass sie verkündigend tätig waren, dass sie auch leitende Funktionen hatten, das ist einigermaßen Konsens in der Forschung. Wie das dann ganz genau auszuwerten, zu bewerten ist und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, da gehen dann die Meinungen auseinander."
Die Konsequenzen aber sind es, an denen es weiter gehen muss im Denken und im Handeln!

Creative Commons LizenzvertragFrech.Fromm.Frau. von Ameleo steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Kommentare:

  1. Ich fand die Sendung auch wunderbar. Und musste dauernd an Stefan Vesper und andere denken, die angesichts von Franziskus nun öffentlich sagen, man müsse schon überlegen, ob in Europa die Priorisierung der Themen richtig sei. Mit anderen Worten: Frauen, wir müssen erst mal die Welt retten. Dass beides miteinander zusammen hängt, kommt ihnen nicht in den Sinn. Auch das wäre vor einem Jahr noch nicht möglich gewesen.

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    1. Solange es von einem an der Spitze abhängt, was man zu sagen wagt, stimmt etwas ganz und gar nicht! Auch die gegenwärtige "Denkfreiheit" kann sich ja leider zu schnell wieder ändern.

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  2. Ich werde mir die Sendung bei nächster Gelegenheit mal anhören, danke für den Hinweis. Sicher ein guter Beitrag für eine neue Theologie der Frau. Wobei jetzt hoffentlich keine Hoffnungen aufs Frauenpriestertum hochkochen. Man kann seine Kraft auch verschwenden.

    Nebenbei hängt es immer von der Spitze ab, was man zu sagen wagt, weil Redeverbote immer die aktuelle Herrschaft stützen. Das ist überall so, es scheint mit eine anthropologische Konstante. Freiheit ist nicht absolut, sondern immer relativ zur Unfreiheit und gemessen an einem mehr oder weniger an Unfreiheit. Wir im Westen sind freier als z.B. in Russland, aber nicht frei.

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    1. Unsere westliche Rede und Denkfreiheit hat unmittelbar mit unserem Demokratieverständnis zu tun: sie endet da, wo diese in Gefahr gerät, nicht aber wenn die Regierung sich ändert. Denn diese existiert nicht aus sich selbst heraus, sondern steht durch Wahlen etc. mehr oder weniger unter Kontrolle der Regierten.

      Solch ein Kontrollsystem bräuchte es dringend auch innerhalb der katholischen Kirche, damit zu jeder Zeit klar ist, innerhalb welcher Grenzen konsequenzenlos etwas gesagt und gedacht werden kann, unabhängig vom Vertreter (irgendwann auch mal der Vertreterin) der Spitze. Die Grenze, dieses oder jenes sei "zerstörerisch" für die Kirche, scheint aber derzeit eher an irrealen Ängsten vor Veränderung und Machtverlust zu hängen, anstatt am Vertrauen in die himmlische Leitung und der Kompetenz der Gottesvolkes.

      Wenn jetzt also traditionalistische Gläubige den Eindruck eines Maulkorbs haben, ist das eine Fortsetzung des selben nur unter anderen Vorzeichen. Ich hoffe, dass sich daran etwas unter Franziskus ändert, so dass auch Randgruppen und -grüppchen ihre Nische unter einem gemeinsamen Dach haben können, so lange sie keinen Anspruch auf Dominanz auf das Gesamt beanspruchen.

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    2. @Ameleo:
      Ich glaube, du skizzierst hier ein Idealbild in Sachen Redefreiheit. Denn Denkfreiheit ist ja faktisch vorhanden, da man Denken nicht kontrollieren kann, Unfreiheit aber Kontrolle voraussetzt.

      Ich würde daher eher sagen, das Redefreiheit und der Inhalt derselben weniger etwas mit Demokratie als mehr mit gesellschaftlichem Klima zu tun hat. Denken wir an die Entwicklung in der BRD. Unser Staat ist seit seiner Gründung nicht demokratischer geworden oder hat sich institutionell verändert, es gab aber eine massive Verschiebung in dem, was ich sagen darf und was nicht, ausgelöst durch gesellschaftliche Entwicklungen. Heute z.B. gibt es das Antidiskriminierungsverbot. Nichts darf gesagt werden, was eine Minderheit diskriminieren könnte. Dann kommt man zwar nicht notwendigerweise vor's Gericht (Tendenz aber steigend), kriegt aber gesellschaftliche Probleme. Du würdest dich gruseln, was man an der Uni alles mitbekommt.

      Um den Bogen zur Kirche zu bekommen. Über die Spitze verändert sich auch das Klima. Ob diese Klimaveränderung jetzt von unten oder oben kommt ist allerdings wertfrei.

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    3. Sicher habe ich pointiert und überzeichnet kommentiert. Und natürlich nehme ich die derzeitige innerkirchliche Klimaveränderung als sehr positiv und angenehm wahr. Was ich kritisiere, ist eben die Abhängigkeit von der Leitung, die nicht nur auf oberster Ebene sondern bis in die Gemeinden und ihrer Leitung erfahrbar ist. Da fehlen meiner Ansicht nach möglichst gewählte Kontrollorgane, die Macht und Willkür begrenzen könnten und die bei Entscheidungen nicht übergangen werden dürften. Wenn sich Franziskus stärker an seine Bischofskollegen bindet, ist das schon mal ein klitzekleiner Anfang. - Aber vom Ursprungsthema dieses Posts sind wir mal wieder abgekommen. ;-)

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